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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Fernliebe und Fernheimat als Schauplatz der Globalisierung Mit besonderer Berücksichtigung des Films Endstation der Sehnsüchte

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Fernliebe und Fernheimat

Die Globalisierung verursacht und beschleunigt die Umgestaltung verschiedener Lebensformen, wie zum Beispiel die transnationale Migration, Heirat oder Remigration. Dazu gehört vor allem die Liebe. Diesbezüglich analysiert das Soziologenehepaar Ulrich Beck und Elisabth Gernsheim-Beck in ihrem Buch Fernliebe zwei Formen der Fernliebe: Die erste ist die Liebe in großer geographischer, die zweite in kultureller Entfernung (Beck et al. 2011: 65). Beide neuen Formen der Liebe werden von den Autoren als Globalisierungsergebnisse im privaten Sektor aufgefasst und anhand vieler Beispiele detalliert beschrieben. Diese Ansicht kann man auf verschiedene analoge Phänomene anwenden, so in dem vorliegenden Beitrag auf den Wandel der Vorstellung von Heimat. Bei der Betrachtung des Kompositums ‚Fernliebe‘ zeigt das Präfix „fern-“, dass sich die Differenz von Nähe und Ferne heutzutage auf der kognitiven und emotionalen Ebene gewandelt hat und nicht mehr von geographischer Distanz abhängig ist, sondern auch auf die Mischung oder gleichzeitige Existenz von fern und nahe hinweisen kann. Die Neologismen wie Fernliebe und Fernheimat scheinen widersprüchlich zu sein, denn Liebe und Heimat setzten eigentlich die Nähe der menschlichen und geographischen Beziehungen voraus.

Als Beispiele für den Fall der Fernliebe werden in diesem Beitrag deutsch-koreanische Ehen betrachtet, die in den 70er und 80er Jahren in großer Zahl in Deutschland geschlossen wurden. Diese Heiraten sind als Beispiele der Frauenmigration hoch interessant, da die Koreanerinnen zuerst als Gastarbeiterinnen nach Deutschland gingen, dann aber dort entgegen den Erwartungen des Auswanderungslandes fremde deutsche...

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