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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Edited By Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Christa Wolfs Medea. Stimmen: Hoffnung auf Versöhnung der Kulturen

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Christa Wolf (1929–2011) war vor der Wiedervereinigung Deutschlands als Autorin der DDR mit einer systemkritischen Haltung bei den dogmatisch orthodoxen Vertretern des Sozialismus unbeliebt, weil sie die Reformierbarkeit des Sozialismus für realiserbar hielt, andererseits war sie in der BRD aufgrund ihrer Bindung zur DDR, wie sie auch offen zugab, mit einer gewissen Distanz aufgenommen. Als dann die Mauer 1989 fiel und die Einigung Deutschlands 1990 folgte, wurde sie diesmal erneut von beiden Seiten scharf angegriffen, insbesondere nach der Bekanntgabe ihrer Stasi-Kontakte, obwohl aus den Akten hervorgeht, dass man aufgrund großer Zurückhaltung kein Interesse an ihrer Zusammenarbeit hatte. Auf eine Anmerkung von Petra Kammann, dass man in den Medien versucht habe, sie zu stürzen, erwiderte Christa Wolf: „stürzen kann man einen Monarchen oder Ministerpräsidenten, nicht aber eine Schriftstellerin. Die kann man verleumden und beschimpfen, das ja.” (Kammann 1996: 88) Gestürzt hat man sie in der Tat nicht, aber Verleumdungen und Beschimpfungen musste sie erfahren. In ihrem ersten Roman nach der Wiedervereinigung Medea. Stimmen1 hat sie ihre Erfahrungen verarbeitet, die unschwer aus der Gedankenwelt der Romanfiguren zu entnehmen sind.

Medea, die Fremde, Barbarin und Zauberin aus der griechischen Mythologie, die in die Literatur durch Euripides als Kindsmörderin eingegangen ist, wird in Medea. Stimmen als eine Figur aus der Prähistorie mit matriarchalen Zügen dargestellt. Aus machtpolitischen Interessen wird sie zum Sündenbock gemacht, bösartige Verleumdungen werden verbreitet, unwahre Beschuldigungen werden ihr angezettelt und unbegangene Taten zur Last...

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