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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Ist Übersetzen ohne Empathie möglich?

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Übersetzer müssen sowohl die Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Sprache ermöglichen als auch zwischen den Kulturen vermitteln können. Sprache und Kultur interagieren miteinander und sind eng miteinander verwoben. Durch Translationen lernt man neue und andere Kulturen kennen. Die Kulturkompetenz des Übersetzers gehört seit langem zu den Grundkompetenzen eines Übersetzers. Zum Spracherwerb gehört auch der Erwerb des kulturellen Wissens.

Die Translation ist keine einfache Transkodierung von Wörtern oder Sätzen, sondern ein komplexes Handeln. Wörter sind lediglich Textelemente. Mit der pragmatischen Wende in den frühen 70er Jahren wurde der Text als Translationseinheit in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Unter dem Einfluss der linguistischen Wende versuchte man anfangs die Translation rein linguistisch zu beschreiben, ohne sich viele Gedanken über die Adressaten und der außersprachlichen situationellen Gegebenheiten zu machen. Pragmatisch gesehen kann derselbe Text in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Funktionen haben. Das translatorische Handeln wird „als Gefüge von Handlungen zur professionellen Herstellung von Texten oft im Verbund mit anderen Botschaftsträgern über Kulturbarrieren hinweg aufgefasst.“ (Holz-MÄnttÄri 1988, unveröffentlicht; zitiert nach Vermeer, 1990: 35) Das translatorische Handeln betrachtet Texte und außersprachliche bzw. non-verbale Elemente als Botschaftsträger. Als Experte hat der Übersetzer die Aufgabe, ein funktionsgerechtes Produkt über Kulturbarrieren hinweg zu erstellen. Nach Vermeer ist Translation „das professionelle übersetzerische Handeln eines Translators“ (1990: 40). Da Texte in einer bestimmten Sprache und innerhalb einer Kultur bzw. Soziokultur entstehen und für bestimmte Rezipienten geschrieben werden, muss der Translator...

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