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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Edited By Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Zu Identitätsfragen in der ungarndeutschen Lyrik nach 1945

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Nach den traumatischen Erlebnissen, die die ungarndeutsche Minderheit in Ungarn nach 1945 Jahrzehnte lang zum Schweigen gezwungen haben, hat die ‚Tauwetterperiode‘ in den 60er, 70-er Jahren ihren intellektuellen Vertretern erst ermöglicht, zur Feder zu greifen und nach der Wende sich literarisch auch mit den schmerzhaften Fragen nach der oft verdrängten, verleugneten oder sogar verlorenen Sprache und verschwiegenen Identität auseinanderzusetzen. Für die jüngere Generation ruft diese Auseinandersetzung zugleich auch die notwendige Suche nach den historischen Spuren der Ahnen hervor. Denn was für die Vorfahren – durch Kontinuität der historisch geprägten und sorgfältig gepflegten Tradition – selbstverständlich war, ist den Nachkriegsgenerationen zum größten Teil verlorengegangen. Der Verlust der Sprache und Kultur, der oft zu spät den jüngsten Angehörigen der deutschen Minderheit bewusst geworden ist, hat viele von ihnen dazu inspiriert, den Wurzeln nachzugehen, um sich selbst die Frage beantworten zu können, wer sie eigentlich sind, was ihre Muttersprache ist, und wo ihr Vaterland zu finden ist. Es ist dabei kein Zufall, dass gerade die intellektuelle Schicht durch diese schwierigen und meistens auch schmerzhaften Fragen betroffen wurde. Denn die Intellektuellen stellen – infolge ihrer Bildung und Sensibilität – auch ihre Existenz betreffend mehr Fragen und ihre Weltoffenheit verlangt auch Antworten. Persönliches Engagement und allgemeiner Erkenntnisdrang ist also die wichtigste Motivation, welche auch die ungarndeutschen Dichter in die tiefe Vergangenheit ihrer Ahnen zurückführt. Trotz der vollkommen unterschiedlichen Persönlichkeiten und individuellen Schicksale der ungarndeutschen Autorinnen und Autoren,...

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