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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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„Ich schlage vor, unsere Literatur als Literatur zu bezeichnen.“ – Über die Kategorie der Migrationsliteratur

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Dieses Zitat stammt vom deutsch schreibenden, syrischen Autor Tafiq Suleman, Mitbegründer, neben Autoren wie z. B. Franco Biondi oder Rafik Schami, der Gruppe Südwind Gastarbeiterdeutsch aus den achtziger Jahren. Wie der Name schon sagt, zeichnete sich diese Literatur, deren Autoren sich in einer Art Interessensvereinigung zusammen gefunden hatten, um sich Gehör zu verschaffen, v.a. dadurch aus, dass sie die Erfahrung des Verlassens des eigenen Herkunftslandes und insbesondere das Leben als Gastarbeiter in Deutschland zum Thema hatte. Ein anderer Begriff, der sich für diese Literatur entwickelte, war daher auch Betroffenheitsliteratur.

Dennoch zeigt das in den Titel meines Vortrags aufgenommene Zitat den bereits damals und umso mehr heute noch oft geäußerten Wunsch vieler Autoren, die nicht in ihrer Erstsprache schreiben, ihren biographischen Hintergrund nicht als wichtigste Analysekategorie auf ihr Werk anzuwenden, sondern diese Literatur nach Fragen der Literaturästhetik zu beurteilen. Ein dementsprechendes Zitat von Gino Chiellino findet sich in einem Zeitungsartikel von Fritz J. Raddatz In mir zwei Welten in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit aus dem Jahre 1994:

Die unglückliche Verbindung von, Gastarbeiterdeutsch‘ und Betroffenheit’ hat dazu geführt, daß kaum eine kritische Arbeit über diese Literatur vorhanden ist, die sich die Mühe gemacht hätte, sie zum Gegenstand von Literaturkritik zu machen. Sie wird weiterhin von den Literaturkritikern als ein Zwitter verstanden, der die Sprach- und Sozialforscher angeht.1

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