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Alltagsrassismus erfahren

Prozesse der Subjektbildung – Potenziale der Transformation

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Astride Velho

Die subjektorientierte Studie befasst sich mit der psychischen Form rassistischer Macht und mit Potenzialen der Transformation. Die Autorin befragte Personen mit Rassismuserfahrungen mittels problemzentrierter biographischer Interviews. Die Analyse verdeutlicht, wie tief alltägliche Rassismuserfahrungen in Selbst- und Weltverhältnisse eingreifen und in welch komplexer Weise Prozesse der Subjektbildung wirksam werden. Sie beleuchtet die Verantwortung des sozialen Umfelds bei Bildungsprozessen, das entweder Dominanzverhältnisse aufrecht erhalten und Diskriminierung fortsetzen oder aber kritische Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit stärken kann. Daraus ergeben sich wichtige Impulse für Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie.
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1. Alltagsrassismus erfahren: Qualitative Forschung im deutschsprachigen Raum

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Alltagsrassismus erfahren – diese Studie versteht sich als Spurensuche, als Versatzstück oder Baustein einer Analyse, die (inzwischen) auch im deutschsprachigen Raum begonnen wurde. Einer Spurensuche, die einerseits der Alltäglichkeit der Rassismuserfahrungen in diesem Land nachgeht und andererseits versucht, dies aus einer konsequent subjektorientierten Position zu tun, die die Perspektive und das Eingebundensein derer, die Alltagsrassismus erfahren, zum Ausgangspunkt der Analyse macht. Ziel der Analyse ist, die prekären Lebenswirklichkeiten der zu Anderen Gemachten deutlich werden zu lassen und Prozessen der Subjektbildung und der Entwicklung von Handlungsfähigkeiten sowie Potenzialen der Transformation und des Widerstands auf die Spur zu kommen. Nennen möchte ich in diesem Zusammenhang beispielsweise die Studien von Encarnación Gutièrrez Rodríguez (1999), Paul Mecheril (2003), Mark Terkessidis (2004), Claus Melter (2006), Susanne Spindler (2006), Maria do Mar Castro Varela (2007), Grada Kilomba (2008), Tina Spies (2010), Zülfukar Çetin (2012), Nadine Rose (2012) und Wiebke Scharathow (2014).

Rassistische Praxen schaffen machtvolle Differenzierungen zwischen Menschen. Sie positionieren Subjekte nach dem Kriterium der Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit. Sie schaffen und legitimieren soziale Ungleichheit. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Erfahrung derer, denen Positionen im Außerhalb, in der Nichtzugehörigkeit zugewiesen werden. Die Positionen ergeben sich nicht nur aus Zuweisungen und Viktimisierungen, sondern werden auch durch Selbstpositionierungen hergestellt, denen Praxen von Überlebenskunst, Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit zugrunde liegen.

Rassistische Macht wirkt als differenzierende Macht (Miles, 1999), die als Ideologie auftritt und Rassifizierungs- und Ausgrenzungspraxen zeitigt. Sie entfaltet...

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