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Alltagsrassismus erfahren

Prozesse der Subjektbildung – Potenziale der Transformation

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Astride Velho

Die subjektorientierte Studie befasst sich mit der psychischen Form rassistischer Macht und mit Potenzialen der Transformation. Die Autorin befragte Personen mit Rassismuserfahrungen mittels problemzentrierter biographischer Interviews. Die Analyse verdeutlicht, wie tief alltägliche Rassismuserfahrungen in Selbst- und Weltverhältnisse eingreifen und in welch komplexer Weise Prozesse der Subjektbildung wirksam werden. Sie beleuchtet die Verantwortung des sozialen Umfelds bei Bildungsprozessen, das entweder Dominanzverhältnisse aufrecht erhalten und Diskriminierung fortsetzen oder aber kritische Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit stärken kann. Daraus ergeben sich wichtige Impulse für Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie.
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2. Produktivität von Macht als Perspektive auf Rassismuserfahrungen

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„Rassismus bildet“ (vgl. Broden/Mecheril 2010), wie bereits eingangs formuliert. Mittels Wissen und Erfahrung nimmt Rassismus auf Prozesse der Konstitution und Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen Einfluss (ebd.: 7). Die Entwicklung eines dementsprechenden Verständnisses ist für Personen, die Rassismus erfahren, und alle, die diese solidarisch unterstützen und in die gesellschaftliche Situation intervenieren wollen, von erheblicher Bedeutung und Voraussetzung für die Veränderung der Verhältnisse. Insofern soll im Weiteren gefragt werden, in welcher Weise von einer nicht bloß repressiven, sondern auch produktiven Erfahrung im Kontext von alltäglichen Rassismuserfahrungen gesprochen werden kann. Wenn darüber nachgedacht werden soll, welche Form die Macht im Kontext von Rassismuserfahrungen annimmt, geht es jedoch nicht um die Wiederholung eines neoliberalen Gestus im antirassistischen Gewand, der die Verantwortung, mit den herrschenden Verhältnissen zurechtzukommen, an die rassifizierten und marginalisierten Subjekte zurückverweist. In dieser Arbeit wird im Anschluss an den erfolgten Rekurs auf Definitionen dessen, was die Erfahrung von Rassismus ausmachen kann, nun nach der Produktivität von rassistischer Macht für Prozesse der Subjektbildung/Subjektivierung und ihre Potenziale der Veränderung gefragt. Dazu ist es notwendig, eine Annäherung an eine Begrifflichkeit von Subjektwerdung im Kontext von machtvollen (hier: rassistischen) Bedingungen zu schaffen, die nicht die Autonomie des Subjekts, sondern seine erfahrene Unterwerfung, Begrenzung, aber auch Handlungsfähigkeit zum Ausgangspunkt nimmt. Subjektbildungsprozesse als Effekte sozialer Erfahrungen zu analysieren und nachzuzeichnen und so die Dimension des Gesellschaftlichen im Individuellen deutlich zu machen, ist Ansinnen dieser Arbeit. Damit soll einerseits auf...

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