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Krieg und Frieden

Kulturelle Deutungsmuster

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Edited By Samuel Salzborn and Holger Zapf

Thema des Buches ist der Zusammenhang von Krieg und Frieden, zwei Schlüsselbegriffen der Politikwissenschaft. In ihrer reflexiven Bezugnahme sind sie kaum voneinander zu trennen, da die Präsenz des einen die Abwesenheit des anderen bedingt. Was wird in unterschiedlichen kulturellen Kontexten als Krieg und was als Frieden angesehen? Inwiefern fungieren beide Begriffe damit auch als politische Kampfbegriffe? Dies bedarf nach Ansicht der Autor(inn)en einer Analyse differenter und konkurrierender Vorstellungen von Krieg und Frieden. Ihre Erforschung der Verwobenheit von Kultur mit (Ideen von) Krieg und Frieden eröffnet eine wichtige Forschungsperspektive, da sie es ermöglicht, handlungsleitende Sinnbezüge herauszuarbeiten.
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Mütter des Terrorismus. Frauenrollen und -bilder von RAF und ETA im Vergleich

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Das relativ junge Forschungsfeld, das durch den Einbezug der Gender-Dimension in die sozialwissenschaftliche Terrorismusforschung konstituiert wurde, hat sich bislang darauf konzentriert, Frauen als Akteurinnen terroristischen Gewalthandelns zu untersuchen und ihre Motivation sowie biografisch identifizierbare Radikalisierungswege zu hinterfragen (Morgan 2011), wobei zumeist Fallstudien vorgelegt wurden (Poloni-Staudinger/Ortbals 2013; Herath 2012; Sjoberg/Gentry 2011; Colvin 2011; Hentschel/Hensch 2009; Ness 2008; Gonzalez-Perez 2008; De Cataldo Neuburger/Valentini 1996). Nicht selten werden dabei in der Forschung auch biologistische Anklänge deutlich, die vermeintliche Eigenschaften von Frauen in einen – dann wiederum häufig funktionalistischen – Bezug zu terroristischen Aktivitäten setzen und sehr schnelle und weitreichende Generalisierungen treffen (Garrison 2006: 333).

Eine weitere Leitfrage dieses Forschungsfeldes, das immer wieder auch die Konfliktforschung tangiert, besteht in der Untersuchung der gewaltverhindernden Rolle von Frauen insbesondere in ihren Rollen als Mütter, Ehefrauen oder Freundinnen (Argenti-Pillen 2003). Darüber hinaus und daran anschließend wird zudem die Frage verfolgt, welche Dynamiken traditioneller Geschlechterrollen sich im Kontext von Terror und Gewalt entfalten (Glynn 2013; Hikel/Schraut 2012; Bandhauer-Schöffmann 2009; Melzer 2009). Und schließlich wird auch der diskursiven Repräsentation von Frauen im Terrorismus einige Aufmerksamkeit geschenkt – sowohl in der massenmedialen Berichterstattung (Grisard 2009) als auch in der Erinnerungskultur (Bielby 2010) und in massenmedialen Fiktionen und Belletristik (McManus 2013).

Demgegenüber und zugleich an dieses Forschungsfeld anschließend soll der vorliegende Beitrag eine explizit vergleichende Fragestellung verfolgen, die die in terroristische Narrative eingebetteten Frauenrollen auf verschiedene Einflussgrößen zurückführt – und zwar insbesondere auf die ethnische...

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