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Krieg und Frieden

Kulturelle Deutungsmuster

Series:

Samuel Salzborn and Holger Zapf

Thema des Buches ist der Zusammenhang von Krieg und Frieden, zwei Schlüsselbegriffen der Politikwissenschaft. In ihrer reflexiven Bezugnahme sind sie kaum voneinander zu trennen, da die Präsenz des einen die Abwesenheit des anderen bedingt. Was wird in unterschiedlichen kulturellen Kontexten als Krieg und was als Frieden angesehen? Inwiefern fungieren beide Begriffe damit auch als politische Kampfbegriffe? Dies bedarf nach Ansicht der Autor(inn)en einer Analyse differenter und konkurrierender Vorstellungen von Krieg und Frieden. Ihre Erforschung der Verwobenheit von Kultur mit (Ideen von) Krieg und Frieden eröffnet eine wichtige Forschungsperspektive, da sie es ermöglicht, handlungsleitende Sinnbezüge herauszuarbeiten.
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Grundzüge einer Friedens- und Konfliktforschung des politischen Realismus. Eine Skizze am Beispiel der Arbeiten Edward Luttwaks

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Der folgende Beitrag versucht ein realistisches Paradigma neben einem kritischen und einem liberalen Paradigma der Friedens- und Konfliktforschung zu identifizieren. Dies geschieht exemplarisch am Beispiel der Arbeiten Edward Luttwaks. Ich möchte dabei in vier Schritten vorgehen. Zunächst charakterisiere ich den (amerikanischen) politischen Realismus als intellektuelles, kulturelles und soziales Milieu, das insbesondere in der vorwiegend angelsächsischen Disziplin der Strategic Studies institutionalisiert ist. Im zweiten Schritt problematisiere ich die Substanz der disziplinären Grenzen zwischen Friedens- und Konfliktforschung einerseits und Strategischen Studien andererseits. Dabei hoffe ich zeigen zu können, dass eine trennscharfe Abgrenzung weder entlang normativer noch ontologischer noch epistemologischer Kriterien gelingt.

Im dritten Schritt fokussiere ich auf die Arbeiten Edward Luttwaks. Drei Charakteristika stechen hervor: Erstens und anschließend an eine lange Reihe politischer Realisten zeigt sich Luttwak skeptisch gegenüber der Annahme eines zivilisatorischen Fortschritts und konstatiert eine über Raum und Zeit gleichbleibende Logik strategischen Handelns. Zweitens betont eine von Luttwak inspirierte realistische Friedens- und Konfliktforschung die Unvollkommenheit menschengemachter Institutionen. Friedensbemühungen können daher zum Krieg beitragen und kriegerische Handlungen ungewollt den Frieden befördern. Drittens, folgt man Luttwak, ist die Sicherheitspolitik insgesamt eine besondere Sphäre und lediglich den Eliten einsichtig. Insbesondere in der Einschätzung der Effekte partizipatorischer Elemente positioniert sich Luttwak dezidiert gegen das liberale Paradigma – so wie es viele andere Realisten auch getan haben.

In der exemplarischen Auseinandersetzung mit dem Werk Edward Luttwaks können viele solcher Theoreme identifiziert werden. Sie alle sind ← 283 | 284...

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