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Ethisch investieren

Chancen und Grenzen moralisch begründeter Geldanlage

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Manfred Stüttgen

Ethisches Investieren gewinnt bei Anlegern und Banken an Interesse. Rendite und reduziertes Risiko, sozial-ökologische Verantwortung und gutes Gewissen heißt das Versprechen. An welchen moralischen Kriterien soll sich ein Investor aber orientieren? Welche ethischen Theorien können der praktischen Vernunft dienen? Ökonomische Klugheit und moralische Pflicht stehen zur Debatte. Der Autor erschließt Orientierungsregeln und Selektionsstrategien nachhaltiger Vermögensanlage, indem er einen umfassenden Katalog moralischer Investitionskriterien analysiert. Schließlich reflektiert er die Chancen und Grenzen ethischer Geldanlage an einer Fallstudie. Die Studie wendet sich an Wissenschaftler und Finanzexperten mit Freude an Fragen der Kapitalmarktethik und der praktischen Philosophie.
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2. Empirischer Zugang: Probleme ethischer Geldanlage in der Praxis

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2. Empirischer Zugang: Probleme ethischer Geldanlage in der Praxis

Kapitel 1 hat in das Thema „ethisches Investieren“ eingeführt. In Kapitel 2 wird als nächster Schritt ein empirischer Zugang gewählt, um Chancen und Grenzen der Begründung ethischen Investierens aus sachlicher und praktischer Sicht zu analysieren. Kapitel 3 schließt hieran eine vertiefende theoretische Reflexion zu den moralischen Kriterien von Geldanlagehandlungen sowie zum normativen Status ethischen Investierens aus moralphilosophischer Perspektive an.

Die Wurzeln der ethischen Geldanlage lassen sich historisch auf das Bedürfnis von Religionsgemeinschaften zurückführen, Geldanlagen in Übereinstimmung mit ihren religiösen Normen und Werten zu tätigen (engl.: “faith consistent“). So bezeichnen LOUCHE ET AL. die Religionsgemeinschaften als die eigentlichen Pioniere ethischen Investierens, die dieses in der Form des „faith consistent investing“ seit Jahrhunderten praktizieren. LOUCHE ET AL. unterscheiden grob die folgenden drei religiösen Strömungen und Vorläufer des ethischen Investments: 38

(1) Die jüdische und die katholische Tradition, die vor 3,500 Jahren begann, Gerechtigkeit, Gleichheit und Fairness als Kriterien des Geldverleihs zu fordern.39 ← 23 | 24 →

(2) Islamic-Banking und schariakonformes Investieren, das sich seit dem 7. Jh. n. Chr. entwickelt hat und nach dem Finanzgeschäfte mit islamischen Normen und Werten kongruent sein müssen. Dies schließt beispielsweise Anlagen in Produzenten von Schweinefleischerzeugnissen, Waffen und Alkohol, Erotik und Teile der Unterhaltungsindustrie als unzulässig aus, ebenso wie die Einforderung von Zinsen, die als Wucher gelten.40

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