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Ethisch investieren

Chancen und Grenzen moralisch begründeter Geldanlage

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Manfred Stüttgen

Ethisches Investieren gewinnt bei Anlegern und Banken an Interesse. Rendite und reduziertes Risiko, sozial-ökologische Verantwortung und gutes Gewissen heißt das Versprechen. An welchen moralischen Kriterien soll sich ein Investor aber orientieren? Welche ethischen Theorien können der praktischen Vernunft dienen? Ökonomische Klugheit und moralische Pflicht stehen zur Debatte. Der Autor erschließt Orientierungsregeln und Selektionsstrategien nachhaltiger Vermögensanlage, indem er einen umfassenden Katalog moralischer Investitionskriterien analysiert. Schließlich reflektiert er die Chancen und Grenzen ethischer Geldanlage an einer Fallstudie. Die Studie wendet sich an Wissenschaftler und Finanzexperten mit Freude an Fragen der Kapitalmarktethik und der praktischen Philosophie.
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5. Fazit: Chancen und Grenzen ethischen Investierens

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5. Fazit: Chancen und Grenzen ethischen Investierens

Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung war die Beobachtung, dass sich in der Praxis der Geldanlage ein Trend zu sogenannten „ethischen Investments“ abzeichnet. Beim ethischen Investieren handelt es sich um einen sehr weit gefassten Sammelbegriff, der die Auswahl von Geldanlagen nicht nur nach finanziellen Gesichtspunkten, sondern auch nach moralischen Prinzipien bezeichnet. Ethisches Investieren zielt insbesondere darauf ab, einem Problem der Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Produktionsfaktoren Kapital einerseits und menschlicher Arbeit bzw. Natur andererseits über die Lenkung von Kapitalflüssen auf der Mikro- und Mesoebene entgegenzusteuern: Ein Anleger will das wirtschaftliche Handeln von Investitionsobjekten beeinflussen, indem er seine Anlagen, z. B. Aktieninvestments in Unternehmen, danach selektiert, ob diese Investitionsobjekte in ihrem unternehmerischen Handeln mit grundlegenden moralischen Prinzipien, Normen und Werten übereinstimmen.

Die vorliegende Studie hat vor diesem Hintergrund nach den moralischen Prinzipien gefragt, an denen ein privater Geldanleger sein Entscheidungsverhalten orientieren kann und soll. Außerdem hat sie verschiedene Chancen und Grenzen einer moralisch begründeten Geldanlage aufgezeigt. Zentrale Erkenntnisse sollen nachfolgend rekapituliert werden:

Die historischen Vorläufer ethischen Investierens, beispielsweise die Quäker, Methodisten oder auch das schariakonforme Banking, begründen ihre selektive Auswahl von Geldanlagen zunächst mit Bezug auf ihre religiösen Normen und Werte und nehmen z.T. unmittelbar auf Offenbarungswissen wie z. B. das Neue Testament oder den Koran Bezug. Basierend auf diesen Kriterien formulieren sie negative Gebote. Diese fordern die Mitglieder der Religionsgemeinschaften dazu auf, gewisse Investments in der Geldanlage auszuschließen, beispielsweise Waffen, Suchtmittel oder...

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