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Steueraggressivität börsennotierter und nichtbörsennotierter Unternehmen in Deutschland

Eine theoretische und empirische Analyse

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Theresa Weiß

Das Bestehen einer Steuerpflicht löst stets auch Bestrebungen aus, dieser zu entgehen. Entsprechende Verhaltensmuster großer, international agierender und häufig börsennotierter Unternehmen sind Gegenstand einer öffentlichen Debatte jüngerer Zeit. Die empirische Forschung befasst sich schon seit längerem mit dem Phänomen eines solchen Verhaltens, wobei speziell die deutsche Forschungsliteratur diesbezügliche Defizite aufweist. Diese Arbeit widmet sich der systematischen Aufarbeitung dieses Phänomens und diskutiert, inwiefern Unterschiede zwischen Unternehmen bestehen. Hierbei wird insbesondere die Frage erörtert, ob – in Deutschland – börsennotierte und nichtbörsennotierte Unternehmen unterschiedlich stark steueraggressiv agieren. Die Arbeit liefert hierzu erste empirische Befunde.
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1 Einleitung

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Die Steuererhebung durch den Staat dient der Erzielung von Einnahmen, welche die Grundlage für die Finanzierung der Staatsaufgaben bilden.1 Die Geschichte der Besteuerung reicht dabei schon sehr weit zurück. So finden sich erste Hinweise auf das Bestehen einer solchen Leistungspflicht bereits in sumerischen Keilschriften, die aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. stammen.2 Doch das Bestehen einer Steuerpflicht löst seit jeher auch Bestrebungen aus, dieser zu entgehen.3 Dabei ist ein entsprechendes Phänomen nicht nur bei Individuen, sondern gerade auch bei Unternehmen beobachtbar.4 Für diese stellt die Steuerbelastung letztlich einen Aufwandsposten dar, dessen Reduzierung einen höheren Gewinn impliziert.

Wie den Ergebnissen diverser empirischer Erhebungen zur Effektivsteuerbelastung entnommen werden kann,5 scheinen zwischen Unternehmen zum Teil bedeutende Unterschiede zu bestehen, was das Ausmaß solcher Bestrebungen betrifft. Daher hat sich gerade in der jüngeren Vergangenheit ein empirischer Forschungszweig etabliert, der entsprechende Unterschiede auf systematische Faktoren zurückzuführen versucht.6 Neben diesen Forschungsbemühungen ist derzeit allerdings auch in der Öffentlichkeit sowie auf dem politischen Parkett eine rege ← 1 | 2 → Debatte zu beobachten, im Rahmen derer die Steuerpraktiken großer Konzerne scharf kritisiert werden.7 Anzumerken ist jedoch, dass sich die von der Öffentlichkeit diskutierten Steuergestaltungen durchaus im Bereich des Legalen bewegen und nicht zwingend einer – im deutschen Steuerrecht gemäß § 370 AO strafbaren – Steuerhinterziehung zuzuordnen sind.8 Zwischen legaler Steuervermeidung und illegaler Steuerhinterziehung existiert ferner die sogenannte Steuerumgehung als Unterfall der Gesetzesumgehung,9 die der deutsche Gesetzgeber durch § 42 AO adressiert, um hierdurch den Missbrauch rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten...

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