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Multimodale Kommunikation im Social Web

Forschungsansätze und Analysen zu Text–Bild-Relationen

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Christina Margrit Siever

Multimodalität ist ein typisches Merkmal der Kommunikation im Social Web. Der Fokus dieses Bandes liegt auf der Kommunikation in Foto-Communitys, insbesondere auf den beiden kommunikativen Praktiken des Social Taggings und des Verfassens von Notizen innerhalb von Bildern. Bei den Tags stehen semantische Text-Bild-Relationen im Vordergrund: Tags dienen der Wissensrepräsentation, eine adäquate Versprachlichung der Bilder ist folglich unabdingbar. Notizen-Bild-Relationen sind aus pragmatischer Perspektive von Interesse: Die Informationen eines Kommunikats werden komplementär auf Text und Bild verteilt, was sich in verschiedenen sprachlichen Phänomenen niederschlägt. Ein diachroner Vergleich mit der Postkartenkommunikation sowie ein Exkurs zur Kommunikation mit Emojis runden das Buch ab.
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5 Social Tagging

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5   Social Tagging

Im Fremdwörter-Duden findet sich das Lemma Tagging mit der Eintragsinformation »das Taggen, Strukturieren« (Duden 2010). Schlägt man das Verb taggen nach, so trifft man auf die folgende, hier interessierende Bedeutung: »(EDV) einen Text mithilfe von Tags (1) strukturieren« (ebd.).215 Unter dem Eintrag Tag wiederum ist zu lesen: »(EDV) Markierungselement von Beschreibungssprachen (z. B. HTML) zur Strukturierung der Dokumente« (ebd.). Diese Definition ist einerseits enger als diejenige von taggen, da sie explizit auf Beschreibungssprachen referiert, andererseits gleichzeitig auch weiter, da sich das Tagging nicht nur auf Texte, sondern allgemeiner auf Dokumente bezieht. Eine der bekanntesten Beschreibungssprachen ist die Hypertext Markup Language (HTML), welche im WWW verwendet wird. Mittels sogenannter HTML-Deskriptoren, d. h. Tags, werden beispielsweise Schriftgrößen und Auszeichnungen im Fließtext festgelegt (Rautenberg 2003: 265), weshalb HTML zuweilen auch als Auszeichnungssprache bezeichnet wird. Soll ein Text fett oder kursiv dargestellt werden, verwendet man folgende Tags: fett bzw. kursiv. Der Terminus Tag kommt aus dem Englischen und bedeutet Schild, Etikett oder Markierung (Duden 2005b).216

Der Ausdruck Tagging trägt darüber hinaus jedoch noch eine weitere Bedeutung, die noch nicht im Duden verzeichnet ist. Während die oben genannten Tags der Gestaltung und nicht – wie es im Duden steht – der Strukturierung von Inhalten dienen, wird das Verb taggen auch im Sinne von verschlagworten oder indexieren verwendet, und zwar insbesondere in den digitalen Medien bzw. im Social Web. Zumeist...

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