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Multimodale Kommunikation im Social Web

Forschungsansätze und Analysen zu Text–Bild-Relationen

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Christina Margrit Siever

Multimodalität ist ein typisches Merkmal der Kommunikation im Social Web. Der Fokus dieses Bandes liegt auf der Kommunikation in Foto-Communitys, insbesondere auf den beiden kommunikativen Praktiken des Social Taggings und des Verfassens von Notizen innerhalb von Bildern. Bei den Tags stehen semantische Text-Bild-Relationen im Vordergrund: Tags dienen der Wissensrepräsentation, eine adäquate Versprachlichung der Bilder ist folglich unabdingbar. Notizen-Bild-Relationen sind aus pragmatischer Perspektive von Interesse: Die Informationen eines Kommunikats werden komplementär auf Text und Bild verteilt, was sich in verschiedenen sprachlichen Phänomenen niederschlägt. Ein diachroner Vergleich mit der Postkartenkommunikation sowie ein Exkurs zur Kommunikation mit Emojis runden das Buch ab.
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7 Multimodale Kommunikation

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7   Multimodale Kommunikation

Weil in der gegenwärtigen Kommunikation neben der Sprache die Modalität des Bildes an Bedeutung gewinnt, verändert sich die kommunikative Landschaft (vgl. Stöckl 2004c: 9). Die Ursachen für diese Veränderung sind soziale, ökonomische, kulturelle und technische Faktoren (vgl. Kress 2010: 5). Der Ausdruck semiotische Landschaft macht deutlich, dass in der Kommunikation – abhängig vom historischen und soziokulturellen Hintergrund – unterschiedliche semiotische Ressourcen verwendet und miteinander kombiniert werden (vgl. Jewitt 2009d: 304; Jaworski, Thurlow 2010: 2). Die Funktion der Schrift ist zweifelsohne eine andere, wenn sie in Kombination mit Bildern auftritt. Insbesondere in neuen Kommunikationsformen wird »die seit der Erfindung des Buchdrucks unangefochtene Monopolstellung von Schrift« (Schmitz 2005: 199) unterminiert. Laut U. Schmitz (2006b: 101) kann aufgrund der genannten rasanten Entwicklungen »Sprachwandel in statu nascendi« beobachtet werden. Es gilt also zu erforschen, wie sich die veränderten Kommunikationsbedingungen auf den Sprachgebrauch auswirken.

Für den genannten Kommunikationswandel müssen zunächst einmal die technischen Voraussetzungen geschaffen sein. Heutzutage sind die »kostengünstige Herstellung, Bearbeitung, Reproduktion und Distribution von Bildmaterial […] eine Selbstverständlichkeit« (Stöckl 2004b: 3) und in Kapitel 4 wurde aufgezeigt, dass im deutschsprachigen Raum sowohl Breitbandinternetanschlüsse als auch Digitalkameras und fotofähige Mobiltelefone zur Standardausstattung von Haushalten gehören. Doch die technischen Möglichkeiten allein führen nicht zu einem Wandel, vielmehr können dafür soziale Gründe ausgemacht werden. Kress (2004: 57) beispielsweise sieht eine mögliche Erklärung im sogenannten Information Overload. Er argumentiert,...

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