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Narrative des Ersten Weltkriegs

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Edited By Miriam Seidler and Johannes Waßmer

Wie lässt sich das Fronterlebnis erzählen? Dieser Frage sahen sich die Soldaten im Ersten Weltkrieg gegenüber. Das, was sie an der Front erlebten, ist so neu und einzigartig, so traumatisch und gewaltsam, dass es nicht in Worte gefasst werden kann, selbst wenn es bildlich vor Augen steht. Traditionelle Darstellungsweisen von Krieg und Gewalt werden dem Erleben nicht gerecht. Nicht nur die Kriegsgräuel, auch die gesellschaftliche Rechtfertigung des Krieges und vor allem die Euphorie bei Kriegsbeginn bedürfen einer Sinndeutung. Neben der kulturgeschichtlichen Verortung des Kriegserlebens nimmt der Band vermeintliche Randphänomene wie das Erleben der Heimatfront, den U-Boot-Krieg und den Krieg in Ostpreußen, sowie das weibliche Kriegserleben in den Fokus.
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Der Erste Weltkrieg als kulturelle Katharsis und literarisches Ereignis

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1

Die Schlusssequenz von Lewis Milestones Remarque-Verfilmung All Quiet on the Western Front aus dem Jahre 1930 lässt die Toten des Ersten Weltkriegs in einer bemerkenswerten Bildmontage wie Gespenster auferstehen. In einem harten Schnitt wechselt das Bild von einer Nahaufnahme der Hand des zuvor tödlich getroffenen Protagonisten Paul Bäumer zu einer Darstellung, die ein Gräberfeld mit einer früheren Sequenz überblendet, in der Paul und seine Kameraden in die Schlacht ziehen. Die diegetische Zukunft, auf die sich die deutschen Soldaten dabei zubewegen, ist von dem extradiegetischen Wissen vom Untergang überschattet, der sie erwartet.2



Abb. 1: Screenshot Im Westen nichts Neues

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