Show Less
Restricted access

Narrative des Ersten Weltkriegs

Series:

Edited By Miriam Seidler and Johannes Waßmer

Wie lässt sich das Fronterlebnis erzählen? Dieser Frage sahen sich die Soldaten im Ersten Weltkrieg gegenüber. Das, was sie an der Front erlebten, ist so neu und einzigartig, so traumatisch und gewaltsam, dass es nicht in Worte gefasst werden kann, selbst wenn es bildlich vor Augen steht. Traditionelle Darstellungsweisen von Krieg und Gewalt werden dem Erleben nicht gerecht. Nicht nur die Kriegsgräuel, auch die gesellschaftliche Rechtfertigung des Krieges und vor allem die Euphorie bei Kriegsbeginn bedürfen einer Sinndeutung. Neben der kulturgeschichtlichen Verortung des Kriegserlebens nimmt der Band vermeintliche Randphänomene wie das Erleben der Heimatfront, den U-Boot-Krieg und den Krieg in Ostpreußen, sowie das weibliche Kriegserleben in den Fokus.
Show Summary Details
Restricted access

Chimärisch, kitschig, merkwürdig, eigenwillig? Die pazifistischen Romane Die Katrin wird Soldat von Adrienne Thomas und Die Waffen nieder! von Bertha von Suttner im Spannungsfeld von Gender und Genre. Mit einem Ausblick auf ihre filmischen Umsetzungen

Extract



1930 leistete sich die Ullstein Verlagsgruppe eine großangelegte Werbekampagne und feierte „Die literarische Überraschung dieses Winters“: Adrienne Thomas’ Roman Die Katrin wird Soldat. Ein Roman aus Elsaß-Lothringen.

Zunächst erschien das Debüt der noch unbekannten Autorin vom 23. Juli bis 30. August 1930 als Vorabdruck in 33 Fortsetzungen in der Vossischen Zeitung. Die Resonanz auf diesen Vorabdruck war immens, wie die „Flut von Briefen an die Verfasserin und die Redaktion“1 zeigte, sodass der Propyläen-Verlag, ein Imprint des Ullstein Verlags, sich mehr als bestätigt fühlen konnte, den Roman am 13. November 1930 als Buch auf den Markt zu bringen. Die Veröffentlichung wurde durch zahlreiche Annoncen in Zeitschriften und Zeitungen vorbereitet und flankiert.2

Der Roman erzählt in Form eines fiktiven Tagebuchs, das von 1911 bis 1916 reicht, die Geschichte von Katrin Lentz vom 14. bis zum 19. Lebensjahr, die in Metz in einem großbürgerlichen jüdischen Haushalt aufwächst. Nach ersten Liebesgeschichten und schließlich dem Beginn ihrer Liebe zu Lucien Quirin bricht der Krieg aus. Lucien meldet sie sich 1914 freiwillig, Katrin wird Rotkreuzhelferin an der ›Heimatfront‹. Lucien fällt, und Katrin stirbt im Dezember 1916 an den Folgen einer Infektion im Lazarett. Das Tagebuch gibt Katrins Freundin als Roman heraus.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.