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BERGeLEBEN

Naturzerstörung – Der Alptraum der Alpen- Eine Kritik des Tourismus im Tiroler Ötztal

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Ursula Scheiber

Moderne Seilbahnstationen auf den höchsten Gipfeln, Kunstschneeherstellung auf den schwindenden Gletschern, Wellnessanlagen, gefüllt mit dem Wasser aus dem Berginneren, und Freizeitparks in den Talebenen: Die touristischen Projekte in den Alpentälern suggerieren Fortschritt und eine Neuschöpfung angeblich besserer Lebensbedingungen. Der analytische Blick durch die Brille der Kritischen Patriarchatstheorie lässt erkennen, dass dabei für einen historischen Moment und den Profit einiger weniger die Zukunft der Bergnatur und der Menschen brutal aufs Spiel gesetzt wird. Die konkreten Beispiele aus dem Tiroler Ötztal zeigen: Die gegenwärtige Zivilisation ist nicht nur weltweit, sondern auch vor unserer Haustür dabei, unseren Lebensraum zu vernichten. Was kann getan werden, um das Bergleben nicht irreversibel zugrunde gehen zu lassen?
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Außen – Topos Gletscher Schwindende Ressource für die Schnee- Schöpfung aus Zerstörung

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Topos Gletscher

Schwindende Ressource für die Schnee-Schöpfung aus Zerstörung

TirolÖtztaler AlpenPitztaler Gletscherca. 2840 m über dem Meer

Die ultimative Maschine ist auf dem Gletscher angekommen. Endlich kann mit der Umsetzung der patriarchalen Utopie begonnen werden, die darauf abzielt, die Natur letztlich zu überwinden. Die Maschine stellt einen Versuch dar, diesem utopischen Ziel näher zu kommen, und stellt einen Naturersatz her, konkret in Form von Kunstschnee. Es handelt sich um eine beispiellose, neuartige Schneeherstellungsmaschine, die selbst bei hohen Temperaturen noch Schnee erzeugen kann, beinahe unabhängig von den natürlichen Bedingungen. Da die Natur den natürlichen Schnee angeblich nicht (mehr) ausreichend produziert, ist es nun das maschinentechnische Produkt, das zum neuen, scheinbar unbegrenzt verfügbaren weißen Gold für die Tourismusindustrie wird. Die Maschine und ihr Produkt würden die Zukunft des Tourismus in der Region sichern, langfristig gesehen sogar das Überleben der Menschen im Tal, trotz oder gerade wegen der gegenwärtigen Krise, die bei näherer Betrachtung als eine der „allgemeinsten Lebensgrundlagen“81 zu erkennen ist, verursacht durch die permanente Zerstörung der Natur als Grundlage allen Lebens.

„Schneeherstellung unabhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind”82, mit diesem Werbeslogan wird die „technische Weltneuheit”83 beworben. Die Maschine und ihr maschinell Hergestelltes befreien angeblich von der nicht mehr zeitgemäßen Last84 und der Begrenztheit des Natürlichen und sind Ausdruck ← 35 | 36 → des Versuchs, sich von der Natur unabhängig zu machen und dadurch...

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