Show Less
Restricted access

BERGeLEBEN

Naturzerstörung – Der Alptraum der Alpen- Eine Kritik des Tourismus im Tiroler Ötztal

Series:

Ursula Scheiber

Moderne Seilbahnstationen auf den höchsten Gipfeln, Kunstschneeherstellung auf den schwindenden Gletschern, Wellnessanlagen, gefüllt mit dem Wasser aus dem Berginneren, und Freizeitparks in den Talebenen: Die touristischen Projekte in den Alpentälern suggerieren Fortschritt und eine Neuschöpfung angeblich besserer Lebensbedingungen. Der analytische Blick durch die Brille der Kritischen Patriarchatstheorie lässt erkennen, dass dabei für einen historischen Moment und den Profit einiger weniger die Zukunft der Bergnatur und der Menschen brutal aufs Spiel gesetzt wird. Die konkreten Beispiele aus dem Tiroler Ötztal zeigen: Die gegenwärtige Zivilisation ist nicht nur weltweit, sondern auch vor unserer Haustür dabei, unseren Lebensraum zu vernichten. Was kann getan werden, um das Bergleben nicht irreversibel zugrunde gehen zu lassen?
Show Summary Details
Restricted access

Außen + Oben + Innen + Unten – Topos Berg

Extract

Topos Berg

Die bisherigen Betrachtungen an den vier Topoi haben den historischen und gegenwärtigen patriarchal-alchemistischen Prozess der Zerstörung und Beschädigung sowie der versuchten Ersetzung der Bergnatur aufgezeigt. Die Dinge wurden in ihr Gegenteil verkehrt852: Natur ist wertvoll und schön, wenn sie gezähmt, kontrolliert und verbessert wird. Die Naturgüter, die im Inneren des Berges aufbewahrt sind, werden ihrer ursprünglichen Umgebung gewaltsam entrissen und nach außen geholt. Statt der Fülle an Schnee und Vielfalt, etwa der Biodiversität der Kulturlandschaften, wird ein Einheitsbrei in Form von Kunstschnee über den Gletscher verteilt, im Tal werden große Flächen asphaltiert und zubetoniert. Das kumulierte, gewölbte „Oben“ wird abgetragen und geebnet, künstlich Erbautes hingegen als organische Form bezeichnet. Das „Außen“/die Gletscher drohen gänzlich zu verschwinden, ihr Verlust wird weder bedauert noch ihm wirklich entgegengewirkt, sondern er wird beschleunigt. Die künstliche alpine Abenteuerwelt wird als ultimativ und besser als die natürliche Bergwelt hin- und dargestellt. Statt fruchtbare Böden und Kulturlandschaft zu pflegen werden die Menschen vor Ort davon überzeugt, diese brach liegen zu lassen und zu verkaufen, statt dem „Kleben an der Scholle“ ist das sich Trennen von Grund und Boden angesagt. Statt Wasser für alle und Zugang zur Natur für jede und jeden passiert Privatisierung für einige wenige, der Allgemeinheit wird der Zutritt zu den neu eingerichteten, elitären Bereichen unter anderem durch die hohen Eintrittspreise verwehrt. Das Abgeschottet- und Abgetrennt-Sein im...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.