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BERGeLEBEN

Naturzerstörung – Der Alptraum der Alpen- Eine Kritik des Tourismus im Tiroler Ötztal

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Ursula Scheiber

Moderne Seilbahnstationen auf den höchsten Gipfeln, Kunstschneeherstellung auf den schwindenden Gletschern, Wellnessanlagen, gefüllt mit dem Wasser aus dem Berginneren, und Freizeitparks in den Talebenen: Die touristischen Projekte in den Alpentälern suggerieren Fortschritt und eine Neuschöpfung angeblich besserer Lebensbedingungen. Der analytische Blick durch die Brille der Kritischen Patriarchatstheorie lässt erkennen, dass dabei für einen historischen Moment und den Profit einiger weniger die Zukunft der Bergnatur und der Menschen brutal aufs Spiel gesetzt wird. Die konkreten Beispiele aus dem Tiroler Ötztal zeigen: Die gegenwärtige Zivilisation ist nicht nur weltweit, sondern auch vor unserer Haustür dabei, unseren Lebensraum zu vernichten. Was kann getan werden, um das Bergleben nicht irreversibel zugrunde gehen zu lassen?
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Einleitung Ausweglosigkeit angesichts des Ist-Zustandes?

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Der im vorherigen ersten Teil dieser Arbeit vollzogene Blick auf die zur Realität gewordenen Umsetzungsversuche der patriarchalen Utopie macht betroffen. Diese Realität, als Begriff von lateinisch „res“ für „Ding, Sache“ abstammend, ist die materielle Umsetzung der patriarchalen Wahrnehmung von Natur als ein Ding, eine Sache, ein Objekt. Der versachlichende, objektivierende und entfremdete Naturumgang konkretisiert sich im maschinentechnologischen Fortschritt und in Folge in einem weit fortgeschrittenen Stadium an Naturzerstörung, wie in den vorhin analysierten Taten und Tatsachen an den verschiedenen Berg-Topoi sichtbar wurde. Die Suche nach den Auswegen aus dieser Sackgasse erscheint auf den ersten Blick aussichtslos.

Die Kritische Patriarchatstheorie bietet, neben der umfassenden und bis an die Wurzeln gehenden, radikalen Betrachtung und Analyse der gegenwärtigen Geschehnisse, die Möglichkeit, in ihrer Verbindung zur modernen Matriarchatsforschung890 und Subsistenzperspektive891 Alternativen zu benennen und Wege in eine andere Zivilisation aufzuzeigen. Dies geschieht in einem Blick zurück, in die vorpatriarchale Zeit, der Zeit der grundlegenden, ursprünglichen, „ersten Kultur“892, welche die (Mutter) Natur als Ausgangspunkt aller zivilisatorischen Verhältnisse nahm. Durch die Kritische Patriarchatstheorie ist es möglich, nicht nur den Ist-Zustand zu hinterfragen, sondern auch unter die patriarchale Oberfläche zu blicken, dorthin, wo das Matriarchat als verdeckte und überformte, „zweite Kultur“893 bis in die Gegenwart bestehen konnte. Dieser Blick zurück und ← 205 | 206 → in die Tiefe ist Ausgangspunkt und Ausblick zugleich auf die möglichen Wege in eine neue Zivilisation, die wir begehen müssen, wollen wir dieser zukunftslosen Sackgasse, in...

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