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BERGeLEBEN

Naturzerstörung – Der Alptraum der Alpen- Eine Kritik des Tourismus im Tiroler Ötztal

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Ursula Scheiber

Moderne Seilbahnstationen auf den höchsten Gipfeln, Kunstschneeherstellung auf den schwindenden Gletschern, Wellnessanlagen, gefüllt mit dem Wasser aus dem Berginneren, und Freizeitparks in den Talebenen: Die touristischen Projekte in den Alpentälern suggerieren Fortschritt und eine Neuschöpfung angeblich besserer Lebensbedingungen. Der analytische Blick durch die Brille der Kritischen Patriarchatstheorie lässt erkennen, dass dabei für einen historischen Moment und den Profit einiger weniger die Zukunft der Bergnatur und der Menschen brutal aufs Spiel gesetzt wird. Die konkreten Beispiele aus dem Tiroler Ötztal zeigen: Die gegenwärtige Zivilisation ist nicht nur weltweit, sondern auch vor unserer Haustür dabei, unseren Lebensraum zu vernichten. Was kann getan werden, um das Bergleben nicht irreversibel zugrunde gehen zu lassen?
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Innen – Topos Berginneres

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Topos Berginneres

Die Wiedererinnerung der Naturverbundenheit durch die Annäherung an den Topos und die sinnliche Wahrnehmung desselben sind Schritte auf dem Weg des Verzeihens und der Aufarbeitung des Schmerzes ob der Zerstörung der Natur, die es aufzuhalten gilt. Dieser Schmerz ist aus der Sicht der Tiefenökologie Ausdruck der Liebe und Verbundenheit zur Natur.1309 Eine Haltung der Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens spielt in diesem Verständnis eine wichtige Rolle als Ausdruck der tiefen Verbindung mit dem Leben.1310 Trotz oder gerade wegen aller Zerstörungen und irreparablen Schäden ist es notwendig, um Verzeihung zu bitten, wie im Kapitel Topos Gletscher aufgezeigt wurde, die Verbindung zur Natur wieder bewusst wahrzunehmen, wie im vorigen Kapitel am Topos Gipfel deutlich wurde, und Dankbarkeit zu zeigen. Danken verbindet Geist und leibliche Sinne, es ist Ausdruck einer sinnlichen Kommunikation mit der Natur. Im Begriff „Kommunikation“ steckt lateinisch „munus“ übersetzt „die Gabe“ – das Gefühl der Dankbarkeit lässt die Bedeutung des Lebens als Geschenk und dessen, was uns die Natur gibt, bewusst werden.1311 Die natürliche Umgebung ist mütterlich-gebend, sie ermöglicht das Leben und ist der Raum, in dem Lebendiges „Da-Seien“1312 findet. Matriarchale Spiritualität anerkennt die Weiblichkeit und Mütterlichkeit der Natur, ein matriarchales Naturverhältnis nimmt Ausgang von der Mutter Natur als Ursprung allen sichtbar-materiellen Lebens. Der naturfreundlichen menschlichen Haltung des Dankens gehen ein Inne-Halten und die bewusste Wahrnehmung des „Außen“ voraus, dessen, was außerhalb des eigenen Leibes an Lebendigem da...

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