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Der Personengesellschafter als Gläubiger seiner Gesellschaft

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L. Graf Wolffskeel v. Reichenberg

Diese Arbeit behandelt unter eingehender Analyse von Rechtsprechung und Literatur umfassend die umstrittene Thematik der Mitgesellschafterhaftung für vermögensrechtliche Forderungen eines Personengesellschafters, der seiner Gesellschaft als Gläubiger gegenübertritt. Hinsichtlich der schwerpunktmäßig untersuchten Drittgläubigeransprüche plädiert der Verfasser dafür, Umfang und Ausgestaltung der Mitgesellschafterhaftung für Ansprüche, die der Drittgläubiger-Gesellschafter begründet hat, grundsätzlich aus der Sicherungsfunktion der Gesellschafterhaftung unter Vornahme einer wirtschaftlichen Betrachtung abzuleiten. Auch spricht er sich dafür aus, diese Konstellation dogmatisch sowie wertungsmäßig von derjenigen zu unterscheiden, in der eine bestehende Forderung auf einen der Außenhaftung unterworfenen Gesellschafter übergeht.
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c) Meinungsstand zur Art der Mitgesellschafterhaftung und zu den Folgen eines Mitgesellschafterausfalls

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Die Betrachtung des Meinungsstands zur Art der Mitgesellschafterhaftung sowie zu den Folgen eines Mitgesellschafterausfalls liefert ein äußerst mannigfaltiges Spektrum an vertretenen Ansichten. Diese lassen sich in die im Folgenden dargestellten Kategorien einteilen.

Entgegen dem Wortlaut des § 128 S. 1 BGB wird häufig eine pro rata-Haftung der Mitgesellschafter für Drittgläubigeransprüche eines Gesellschafters vertreten.647 Zur Begründung werden unterschiedliche Aspekte angeführt.

Bereits von Flechtheim wurde argumentiert, die Annahme einer gesamtschuldnerischen Haftung ignoriere „zu stark das Gesellschaftsband“.648 Auch von Kretschmer werden die „gesellschaftliche Verbundenheit“ und die Treuepflicht herangezogen.649 Ebenso zieht K. Schmidt, der eine pro rata-Haftung „jedenfalls bei übersehbaren Verhältnissen“ befürwortet,650 die Treuepflicht heran und postuliert, das Innenverhältnis überlagere das Außenverhältnis.651← 133 | 134 →

Für die Annahme einer pro rata-Haftung wird auch angeführt, sie vermeide die Notwendigkeit eines Regresses unter den Gesellschaftern.652 Der Drittgläubiger-Gesellschafter könne die ihn in seiner Eigenschaft als Gesamtschuldner treffende Pflicht, einen Regress unter den Gesellschaftern zu vermeiden, erfüllen, indem er seine Mitgesellschafter nur pro rata in Anspruch nimmt.653

Zudem wird zur Begründung vereinzelt die Erwägung herangezogen, die Annahme einer pro rata-Haftung sei interessengerecht, weil der Drittgläubiger-Gesellschafter aufgrund seiner Einblicksmöglichkeiten in die Gesellschaft nicht so schutzwürdig wie ein anderer Nichtgesellschafter-Gläubiger sei.654

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