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Tax Compliance im Kooperationsverhältnis zwischen Unternehmen und Finanzverwaltung

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Christian Schützler

Während das Phänomen Tax Compliance zumeist mit der natürlichen Interessendivergenz zwischen Steuerpflichtigen und Staat assoziiert wird, liegt der Untersuchung die Idee einer Kooperationskultur zwischen Unternehmen und Verwaltung zugrunde. Im Mittelpunkt steht die Frage nach rechtlichen Möglichkeiten der Verknüpfung unternehmensinterner und hoheitlicher Handlungsrationalitäten. So wird beleuchtet, ob Unternehmen, die über ein hohes Maß an Tax Compliance verfügen und sich damit womöglich als weniger kontrollbedürftig erweisen, im Gegenzug im Besteuerungsverfahren privilegiert werden können. Eine zentrale Bedeutung kann dabei der Implementierung eines funktionsfähigen Tax Compliance-Systems im Unternehmen zukommen.
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2. Kapitel: Tax Compliance aus Perspektive steuerpflichtiger Unternehmen

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Wie eingangs dargelegt, differenziert die bisherige Literatur regelmäßig zwischen Tax Compliance aus Perspektive steuerpflichtiger Unternehmen und Tax Compliance aus Perspektive des Steuerstaates bzw. –vollzuges. Während es bei der Thematik aus hoheitlicher Sicht in erster Linie um ein modernes Konzept zum Vollzug der Steuern geht186, soll nachfolgend der Frage nachgegangen werden, wie Tax Compliance aus dem Blickwinkel steuerpflichtiger Unternehmen zu beurteilen ist187. Der Begriffsbestimmung aus Unternehmensperspektive (A.) soll eine Erörterung der mit Tax Compliance verbundenen unternehmensseitigen Zielsetzungen und Interessen folgen (B.). Sodann wird beleuchtet, wie sich Tax Compliance auf die Thematik des Steuerstreits (C.) sowie den Bereich der Steuerplanung (D.) auswirkt. Schließlich ist zu hinterfragen, inwiefern für Unternehmen eine Rechtspflicht zur systematisch-organisatorischen Gewährleistung von Tax Compliance, namentlich zur Implementierung sog. Tax Compliance-Systeme, besteht (E.). Bei alledem soll nicht vernachlässigt werden, dass die Sicherstellung von Tax Compliance aus Unternehmensperspektive mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sein kann (F.). Die gewonnenen Erkenntnisse werden zu guter Letzt resümiert (G.).

Zunächst stellt sich die Frage, wie der – gesetzlich nicht definierte – Begriff Tax Compliance aus Unternehmensperspektive zu verstehen ist. In der die Unternehmenssicht beleuchtenden Literatur wird der Terminus dabei regelmäßig als Unterbegriff bzw. Bestandteil der allgemeinen Corporate Compliance verstanden (I.). Er umfasst dementsprechend aus unternehmensseitigem Blickwinkel zwei Komponenten: Zum einen die Normenkonformität im Steuerbereich als solche und zum anderen die Einrichtung eines entsprechenden Systems im Unternehmen, ← 49 | 50 → das die steuerliche Normenkonformität strukturell sicherstellt (II.). Schließlich ist der Terminus Tax Compliance von...

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