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Insolvenzgründe, Prognose und Antragspflicht

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Philipp Schlenkhoff

Die Zukunftsaussichten eines Unternehmens sind für die Frage nach seiner möglichen Insolvenzreife essentiell. Die Frage, ob und wie die Prognose der Unternehmensentwicklung in den Insolvenzgründen der Insolvenzordnung berücksichtigt wird, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Der Autor analysiert den ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Hintergrund der Insolvenzgründe. Auf dieser Basis untersucht er, auch mittels Experteninterviews, die gesetzliche Normierung der Insolvenzgründe für Unternehmen mit Haftungsbeschränkung und deren Durchsetzung mittels Geschäftsleiterhaftung. Die Erkenntnis, dass sich die Relevanz der Prognose und ihre Justiziabilität gegenüber stehen, wird um die Systematik erweitert, mit der der Gesetzgeber versucht diesen Konflikt zu lösen.
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A. Einleitung

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A.  Einleitung

I.  Die Bedeutung der Insolvenzgründe und der Prognose

Werden in einer Volkwirtschaft fortlaufend Unternehmen gegründet, müssen im Gegenzug auch Unternehmen aus dem Wirtschaftskreislauf austreten. Für das Ende eines Unternehmens ist „eigentlich“ die Liquidation des Unternehmens vorgesehen.1 Diese setzt voraus, dass die Gesellschafter frühzeitig erkennen, dass der Erfolg des Unternehmens langfristig nicht gegeben ist und daher oder aus privaten Gründen die werbende Tätigkeit eingestellt werden muss. Dieses Vorgehen ist aber nicht immer der Fall.2 Viel eher werden die Gesellschafter, Geschäftsleiter und Mitarbeiter sinnvollerweise versuchen, sich abzeichnende Misserfolge abzuwenden.3 Da diese Sanierungsversuche nicht immer erfolgreich verlaufenoder Probleme so kurzfristig und massiv auftreten oder auch so lange ignoriert wurden, dass sie nicht mehr zu beheben sind, kommt es zu Insolvenzen. Dass diese nicht gerade selten sind, auch wenn sie in den Jahren 2004 bis 2011 um ca. ein Viertel gesunken sind, zeigt Abbildung 1. So mussten 2011 trotz einer insgesamt florierenden Wirtschaft4 in Deutschland etwas mehr als 30 000 Unternehmen Insolvenz ← 1 | 2 → anmelden. Der langfristige Rückgang der Insolvenzzahlen, unterbrochen von einem leichten Anstieg in den Jahren 2009 und 2010 infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise, gilt sowohl für die Unternehmen mit Haftungsbegrenzung als auch für die ohne. Der Anteil der Unternehmen mit begrenzter Haftung an der Zahl der gesamten Unternehmensinsolvenzen liegt, mit leichten Schwankungen, jedes Jahr bei 50 %.5



Abb. 1: Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland6

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