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Krise der lokalen Kulturen und die philosophische Suche nach Identität

Heimo Hofmeister and Ivan Mikirtumov

Das Thema Krise der lokalen Kulturen und die philosophische Suche nach Identität fordert zu allererst eine Bestandsaufnahme politischer Kulturen hinsichtlich ihres Staatsverständnisses und deren Voraussetzungen zur Identifikation mit dem jeweiligen Staat. Die zweite Forderung richtet sich an die Philosophie und fragt nach konkreten Wegen für eine Gemeinsamkeit, deren Basis Freiheit ist, nicht trotz sondern um der Verschiedenheit des Herkommens und des Denkens willen. Erstaunlich ist, dass eine Tagung zu diesem Thema, weniger wegen der unterschiedlichen gesellschaftlichen und nationalen Erfahrungen der russischen und deutschen Wissenschaftler, sondern eher wegen der oft kontroversen Zugänge verschiedener Fachdisziplinen Fragen aufwirft.
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Begriff der Nation und Problem der nationalen Selbstbestimmung des Volkes in Jo. G. Fichtes „Reden an die deutsche Nation“

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Zum zweihundertsten Erscheinungsjahr der „Reden an die deutsche Nation“ von Johann Gottlieb Fichte wurden in nicht nur unter PhilosophInnen gut bekannten Buchreihen „Philosophiegeschichte in Denkmälern“ und „Wort über das Seiende“ ihre ersten Übersetzungen ins Russische veröffentlicht [8; 9]. Interesse für dieses bekannteste Werk des großen Philosophen, das geteilte Reaktionen hervorruft [1, S. 5–7], ist heute dadurch bedingt, dass die nationale Frage schon zum wiederholten Male seit Ende des vergangenen Jahrhunderts in Russland und außerhalb seiner Grenzen in den Vordergrund rückt, die Frage, die, wie die Geschichte zeigt, keine einfache Lösung hat. Die Verlockung, dieses Problem ohne viel Besinnen zu lösen, führt Geister vor allem zum Nationalismus – zum charakteristischsten Fehler des Verstands (in alten Lehrbüchern über Logik und in Kants „Kritik der reinen Vernunft“ wird dieser Fehler als Paralogismus bezeichnet), der unter dem Einfluss des verletzten oder übertriebenen Volksstolzes vorhandene Besonderheiten des Volksgeistes für die echte Volksgemeinschaft hält und diese Besonderheiten anderen Völkern aufzuzwängen sucht. Die Verletzung des übertriebenen Volksstolzes unter den Bedingungen des monopolistisch konzentrierten Kapitals führt den Nationalismus ins Stadium des Nazismus, der zur Vernichtung anderer Völker übergeht. Der Internationalismus begeht, indem er den gefährlichen nationalistischen Fehler vermeiden will, einen anderen, nicht weniger groben Fehler, denn er deutet die Geistesgemeinschaft als Abstraktion, die wesentliche Besonderheiten des Geistes verschiedener Völker ausklammert. Da der Nationalismus und Internationalismus in ihren Bestrebungen übereinkommen, blühende Vielfalt von Formen des Volkslebens auf unterschiedslose tote Gleichheit...

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