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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Die Generation der Selbst-Orientierten und ihre vielfältigen Grenzen: Doris Bühler-Niederberger / Alexandra König

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Generation ist ein Begriff, über den sich die Soziologie der Jugend theoretisch nähert. Richtungsweisend für die soziologische Annäherung an „Das Problem der Generationen“ ist der gleichnamige Aufsatz von Karl Mannheim (1928f./1971), in dem die „verwandte […] Lagerung der einer Generation zurechenbaren Individuen im sozialen Raum“ (1928f./1971, 34) als Grundlage für einen Generationenzusammenhang bestimmt wird. Diese Lagerung hat zur Folge, dass Individuen zur gleichen Zeit an einem bestimmten Abschnitt des Geschichtsprozesses partizipieren (1928f./1971, 44), sie bestimmte signifikante Erlebnisse teilen. Gerade die „Jugenderlebnisse“ (1928f./1971, 41) prägen, so Mannheim, unsere Sicht auf die Welt, unsere Wissensbestände, und formen einen je „`neuen Zugang´ zum akkumulierten Kulturgut“ (1928f./1971, 37).1 Jugendliche teilen demnach einen spezifischen Erfahrungsraum, eine spezifische Weise zu denken, zu fühlen und zu handeln.

In späteren Ansätzen einer Soziologie des Aufwachsens hat das Generationenkonzept eine zusätzliche inhaltliche Ausrichtung erfahren. „Generationale Kategorien“ werden nunmehr verstanden als je eigene Programme für sozial definierte Alterskategorien, in dem Sinne, dass mit bestimmten Alterskategorien je spezifische Erwartungen, Verpflichtungen und Zugeständnisse verbunden werden. Diese Denkrichtung kann anknüpfen an Eisenstadt (1956). Eisenstadt ist weniger am „neuen Zugang“ der nachwachsenden Generation interessiert, sondern, aus strukturfunktionalistischer Sicht, an der Kontinuität des sozialen Systems. Wie kann die nachwachsende Generation die Rollen in der Gesellschaft so erlernen, dass die Stabilität der Gesellschaft gewährleistet ist? Die Gesellschaft ist, so Eisenstadt, in verschiedene Altersstufen gegliedert, die mit je spezifischen Aufgaben und Rollen verbunden sind; Altersdefinitionen dienen „als Grundlage zur...

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