Show Less
Restricted access

Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

Series:

Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
Show Summary Details
Restricted access

Das Beziehungsgefüge zwischen den Generationen und sein Einfluss auf die intergenerationelle Kommunikation: Reinhard Fiehler

Extract

Sowohl in der Jugendforschung wie auch in der Altersforschung ist die Tendenz zu beobachten, die jeweils untersuchte Generation isoliert zu betrachten, die Jugend bzw. das Alter für sich und aus sich heraus zu verstehen. Dies ist zum einen eine sehr verständliche Tendenz, hilft es doch den eigenen Forschungsgegenstand zu konturieren und zu begrenzen. Auf der anderen Seite ist diese Vorgehensweise jedoch auch mit einer schweren Hypothek belastet: Dadurch, dass die Zusammenhänge zwischen den Generationen ausgeblendet werden, können wesentliche Momente, die für die Identitätsbildung der jeweils in den Blick genommenen Generation wichtig sind, nicht erfasst werden. Ich möchte hier, weil die Generationen sich in ihrer spezifischen Identität in einem nicht unerheblichen Ausmaß durch die wechselseitige Bezugnahme aufeinander konstituieren, dafür plädieren, die Generationen nicht isoliert zu betrachten (vgl. Fiehler 2006). Sowohl die Jugend wie auch die Alten müssen in der Abfolge der Generationen als zwar erkennbar separierte, zugleich aber auch unauflöslich an die mittlere Generation gebundene und auf sie bezogene Gruppen konzeptualisiert werden. Meines Erachtens ist es eine vordringliche Aufgabe, dieses Beziehungsgefüge zwischen den Generationen herauszuarbeiten und stärker zu berücksichtigen.

Wie nun aber sieht dieses Beziehungsgefüge aus? Um mich dieser Frage anzunähern, möchte ich von einem Dreigenerationenmodell ausgehen, das die Jugend, die mittlere Generation1 und das Alter unterscheidet. Diese Dreiteilung ist ebenso elementar wie traditionsreich. Ungeachtet feinerer Differenzierungen ist sie alltagsweltlich fest im Bewusstsein verankert und besitzt eine starke, orientierende Kraft. Im...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.