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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Jugendsprache und Sprachwandel: Sprachkreativität, Varietätengenese, Varietätentransition und Generationenidentität: Klaus Zimmermann

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Dass Jugendsprache mit Sprachwandel zu tun hat, ist vielerorts festgestellt worden. In diesem Beitrag wird Sprachwandel im Hinblick auf das, was in der Jugendsprache passiert, unter verschiedenen Aspekten beleuchtet: Motive und Funktionen für die Sprachinnovation durch Jugendliche, aus der heraus sich sowohl die besondere Form der Innovationen erklären lassen, als auch das individuelle, sich wandelnde Verhalten zum eigenen Sprechen im Verlauf der Generationentransition und das Verhalten der Sprachgemeinschaft gegenüber dieser Art von ‚Gruppensprache‘. Hierbei werden Erscheinungen wie Sprachkreativität, Normdurchbrechung und Normakzeptanz, Varietätenbegrenzung, Varietätenwechsel und Varietätentransition sowie Varietätengenese als Sprachwandelaspekte definiert, die speziell aus der Untersuchung der Jugendsprache bzw. anderer Sondersprachen resultieren. Für das Funktionieren dieser Erscheinungen verantwortlich sind nicht anonyme Kräfte in der Sprache, sondern Generationenidentität, womit Sprachveränderung im Sprecher, der Gruppe und in deren sozialem Kontext situiert wird.

Zu vermuten, dass Jugendsprache etwas mit Sprachwandel zu tun hat, ist naheliegend, wird aber auch durch oberflächliche Theorien über Sprache überhaupt und über Sprachwandel insbesondere in eine vorschnelle Richtung gelenkt, die z.T. auch inadäquate Hypothesen und Aussagen hervorbringen. Die am meisten verbreitete Auffassung ist jene, die vor dem Hintergrund einer systemlinguistischen Sprachwandeltheorie von Sprachwandel erst dann sprechen will, wenn sich Veränderungen im ‚Sprachsystem‘ niederschlagen. Da das System aber nicht direkt eingesehen werden kann, sondern nur durch Beobachtung des Sprachgebrauchs erschlossen wird, bedeutet das gleichzeitig, dass der Systemeffekt methodologisch über die (totale oder sehr hohe) Frequenz im Sprachgebrauch erschlossen wird, d.h. dass sich eine Ver...

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