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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Sprachliche ‚Mudes‘ – Wie sich unsere sprachlichen Repertoires über die Lebenszyklen hinweg verändern: Joan Pujolar

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Veränderungen der Sprachnutzung in Zusammenhang mit Lebenszyklen hat die Sprachwissenschaft bislang keine bedeutende Aufmerksamkeit geschenkt. Das Feld des Spracherwerbs ist zwar ein konsolidierter Forschungsbereich, wie auch die Jugendsprache und zum Teil die Sprache der älteren Menschen. Aber Spracherwerbsforschung konzentriert sich zumeist auf Prozesse der kognitiven oder grammatikalischen Entwicklung in der Kindheit, nur ausnahmsweise auf ihre sozialen Implikationen. Die Forschung zur Jugend- oder Sprache der älteren Generation konzentriert sich auf Praktiken oder konkrete Sprachmerkmale, die mit dem Alter zusammenhängen. Hierbei wird jedoch die diachronische Perspektive nicht wirklich in Betracht gezogen, nämlich wie sprachliche Ressourcen in unterschiedlichen Lebensphasen verändern und welche sozialen Prozesse dabei eine Rolle spielen. Dieser Perspektive haben sich in den letzten Jahren verschiedene Forscher angeschlossen.2

Im vorliegenden Text versuchen wir, solche Kenntnisse durch das Konzept der ‚Muda‘ weiterzuentwickeln. Unter ‚Muda‘ verstehen wir bestimmte Variationen in der sozialen Nutzung des sprachlichen Repertoires, die von einer sozialen Perspektive her bemerkenswert sind, d.h. sie stehen mit bedeutenden biografischen Ereignissen in Verbindung. Unsere Daten wurden in einem zweisprachigen Kontext gesammelt: Katalonien. So wird ‚Muda‘ in diesem Kontext meistens zur wechselnden Nutzung der katalanischen und spanischen Sprachen verwendet, insbesondere bei jüngeren Menschen zwischen 16 und 35. Wir werden deswegen zuerst kurz über den katalanischen Kontext und die Ursprungsmotive ← 339 | 340 → dieser Forschung berichten, ebenso wie über einige allgemeine demografische Daten. Danach versuchen wir, das Konzept der ‚Muda‘ zu erklären und es endlich durch unsere Datenanalysen bzw. durch qualitative biografische Interviews zu veranschaulichen. Allgemein analysieren wir, wie...

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