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Geschichte in Bildern – Bilder in der Geschichte

Fallbeispiele zur historischen Bildforschung

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Edited By Eugen Kotte

Seit den 1990er Jahren hat sich das Augenmerk der Geschichtswissenschaft zunehmend auf die Auseinandersetzung mit bildlicher Überlieferung gerichtet, eine Entwicklung, die ganz unmittelbar im Kontext des kulturwissenschaftlichen Iconic Turn zu sehen ist. Bilder werden seitdem grundsätzlich in die historische Forschung und Vermittlung einbezogen und weit über ihre bloße Illustrations- und Anschauungsfunktion als genuine Quellen, als Medien der Erinnerungskultur sowie als geschichtskulturelle Objektivationen wahrgenommen. Es interessieren neben ihrer artifiziellen Eigenart sowohl der Produktions- als auch der Rezeptionsprozess, nach deren jeweiligen Kontexten nun dezidiert gefragt wird. Dieser Visual History tragen die Beiträge dieses Bandes Rechnung, indem sie nicht nur verschiedene Zugriffe aufweisen und höchst unterschiedliche Inhalte thematisieren, sondern auch ein Spektrum unterschiedlicher Bildgattungen und Motive aufzeigen, die zu verschiedenen Zeiten in diversen Ländern Konjunktur hatten.
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Susan Richter: Konstruierte Wirklichkeit und der Mechanismus ihrer Verselbstständigung: Untersuchungen zur Bildpropaganda für eine Nation agricole im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

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Susan Richter

Konstruierte Wirklichkeit und der Mechanismus ihrer Verselbstständigung: Untersuchungen zur Bildpropaganda für eine Nation agricole im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Einleitung

Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte am 8. April 2010 einen Artikel unter dem Titel „Der Preis der Fettleibigkeit“. Darin heißt es: „Michelle Obama hat sich jetzt an die Spitze einer Bewegung gesetzt, um die Fettleibigkeit von Kindern zu bekämpfen. Publikumswirksam hat sie im Garten des Weißen Hauses Gemüsebeete angelegt.“1 Bei Spiegel online2 fand sich das passende Foto der gärtnernden First Lady. Die Vereinigung zum Kampf gegen Fast Food nutzt für ihr Ziel einer gesunden Ernährung mit frischen Zutaten sehr bewusst die Autorität und Position der First Family, stellen doch Familien die Adressaten ihrer Kampagne dar. Nun soll die auf den ersten Blick für die erste Frau des Staates ungewöhnliche Betätigung vorbildhaft auf die ganze Nation wirken und den Bürger zum Eigenanbau und vor allem Konsum von Gemüse animieren. Den Medien kommt dabei die außerordentlich wichtige Rolle zu, den Wandel in der Auffassung von gesunder Ernährung bekannt zu machen. In unserer Gegenwart ist es nichts Besonderes, dass eine prominente Persönlichkeit oder ein Politiker die Schirmherrschaft über eine Organisation oder eine Idee übernimmt und dazu beiträgt, sie mit seinem bekannten Namen und gezieltem Medieneinsatz zu verbreiten.

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