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Geschichte in Bildern – Bilder in der Geschichte

Fallbeispiele zur historischen Bildforschung

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Edited By Eugen Kotte

Seit den 1990er Jahren hat sich das Augenmerk der Geschichtswissenschaft zunehmend auf die Auseinandersetzung mit bildlicher Überlieferung gerichtet, eine Entwicklung, die ganz unmittelbar im Kontext des kulturwissenschaftlichen Iconic Turn zu sehen ist. Bilder werden seitdem grundsätzlich in die historische Forschung und Vermittlung einbezogen und weit über ihre bloße Illustrations- und Anschauungsfunktion als genuine Quellen, als Medien der Erinnerungskultur sowie als geschichtskulturelle Objektivationen wahrgenommen. Es interessieren neben ihrer artifiziellen Eigenart sowohl der Produktions- als auch der Rezeptionsprozess, nach deren jeweiligen Kontexten nun dezidiert gefragt wird. Dieser Visual History tragen die Beiträge dieses Bandes Rechnung, indem sie nicht nur verschiedene Zugriffe aufweisen und höchst unterschiedliche Inhalte thematisieren, sondern auch ein Spektrum unterschiedlicher Bildgattungen und Motive aufzeigen, die zu verschiedenen Zeiten in diversen Ländern Konjunktur hatten.
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Eugen Kotte: Der Künstlerkönig: Jan Matejko und Die Schlacht von Grunwald (Bitwa pod Grunwaldem, 1875-1878)

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Eugen Kotte

Der Künstlerkönig: Jan Matejko und Die Schlacht von Grunwald (Bitwa pod Grunwaldem, 1875-1878)

1. Methodische Vorüberlegungen

Bis in die 1980er Jahre hinein waren die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften von einer Textlastigkeit geprägt, die die Berücksichtigung visueller Artefakte i.d.R. auf eine illustrative Funktion begrenzte. Erst ein in Deutschland verschütteter, in den USA aber vor dem Hintergrund der Omnipräsenz des Visuellen aufgegriffener Impuls1 intensivierte den wissenschaftlichen Umgang mit Bildern – er wurde in dieser neuen Variante bekannt als Iconic Turn. Mit diesem durch den Kunsthistoriker Gottfried Boehm 1994 geprägten Begriff wird die „Wiederkehr der Bilder“2 als Entwicklung gekennzeichnet, die visuelle Artefakte in ihrem Eigenwert als Zeugnisse einer Vergangenheit und als Medien gesellschaftlicher Kommunikation herausstellt.

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