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Das islamische Wirtschaftsrecht

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Edited By Abdurrahim Kozali, Ibrahim Salama and Souheil Thabti

Islamische Banken und Versicherungen sind weltweit auf dem Vormarsch und verzeichnen zweistellige Wachstumsraten. Auch hierzulande erfreut sich das sog. Islamic Finance & Banking großer Nachfrage. Im Frühjahr 2015 wurde in Deutschland der ersten islamischen Bank die Lizenz erteilt. Produkte und Dienstleistungen dieser Banken basieren auf dem islamischen Wirtschaftsrecht (fiqh al-mu'amalat al-maliyya), welches die Autoren in diesem Band näher beleuchten. Neben der Frage nach der Umsetzbarkeit der Produkte und Dienstleistungen, die maßgeblich von der Konformität mit der hiesigen Rechtsordnung – insbesondere im Hinblick auf aufsichts-, zivil- und steuerrechtlichen Anforderungen – abhängt, behandeln sie grundsätzliche Fragen nach der Vereinbarkeit jener Institute mit dem herrschenden Wirtschaftssystem.
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Muḍāraba und das deutsche Recht – Probleme, rechtliche Herausforderungen, Lösungsansätze

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Martin Heckel

Das Thema „Muḍāraba und das deutsche Recht“ ist, wie man so schön sagt, komplex und vielschichtig. Der Autor versucht sich an einer möglichst eingängigen Vermittlung. Ziel hierbei soll es sein, auf einen Kodifizierungsvorschlag für die muḍāraba im deutschen Recht hinzuführen. Zwei grundlegende Dinge sind daher zunächst zu unterscheiden: erstens die muḍāraba und zweitens das deutsche Recht.

I. Muḍāraba

1. Grundsatz

Muḍāraba – was ist das eigentlich genau? Viele werden meinen, das sei doch zumindest im Grundsatz klar. Kraft des muḍāraba-Vertrages übergibt eine Partei einer anderen zu treuen Händen einen bestimmten Kapitalbetrag, damit die andere damit handeln, genau genommen spekulieren, also kaufen und verkaufen kann. Ein Gewinn aus dieser Tätigkeit wird nach einem zuvor vereinbarten festen Schlüssel, zum Beispiel ⅓ zu ⅔ oder ¼ zu ¾, verteilt. Damit meint das islamische Recht, zumindest das klassische, nicht nur eine schuldrechtliche Berechtigung, sondern sieht die beiden Parteien in Ansehung des Gewinns als Miteigentümer nach Bruchteilen an.1 Einen Kapitalverlust spürt grundsätzlich nur die eine Partei, Kapitalgeber genannt, nicht aber die andere Partei, der sogenannte Gerent. Der Gerent läuft allenfalls Gefahr, vergeblich Zeit und Arbeit aufzuwenden.

2. Einzelfragen

Welche Regelung trifft aber das islamische Recht genau für den Fall, in dem das Kapital nach Übergabe an den Gerenten, aber vor Beginn seiner Handelstätigkeit teilweise untergeht? Oder: Ist es zulässig, dass der Gerent...

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