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Ungarndeutsche Literatur

Neue Perspektiven?

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Erika Regner

Die sogenannte ungarndeutsche Literatur ist ein schwer zu handhabendes Phänomen, da ihre Bedeutung – wie oft bei deutschsprachiger Literatur außerhalb des deutschen Sprachraums – weit über ihre rein literarische hinausgeht. Der Band wirft einen zeitgenössischen Blick auf diese Literatur und zeigt so die Ursachen und Gefahren der Diskrepanz auf. Die jüngste Generation ungarndeutscher Schriftsteller, die seit 2000 publiziert und bisher kaum literaturwissenschaftliche Beachtung fand, bildet den Ausgangspunkt: Ihr Schaffen wird gemeinsam mit dem ungarndeutschen Literaturbetrieb analysiert und theoretisch kontextualisiert. Dies gibt Aufschluss über die besondere Situation der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn hinsichtlich Sprachgebrauch, Schulbildung und Identitätskonstruktion.
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5. Die jungen Ungarndeutschen

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5. Die jungen Ungarndeutschen

Bei der Volkszählung von 2001 haben insgesamt 62.105 Personen angegeben, zu der deutschen Minderheit zu zählen. In vier verschiedene Altersgruppen aufgespaltet ergibt das 5.591 Ungarndeutsche zwischen 0 und 14 Jahren, 17.910 Ungarndeutsche zwischen 15 und 39 Jahren, 21.246 Ungarndeutsche zwischen 40 und 59 Jahren und 17.358 Ungarndeutsche, die 60 Jahre alt oder älter sind.

Diese Zahlen stehen vor dem Hintergrund, dass die Ungarndeutschen der Gegenwart, wie auch bereits gezeigt wurde, nicht als ethnisch stabilisierte Gruppe angesehen werden können.

„Ihre Grund- oder Identifizierungsmerkmale wie gemeinsame Kultur und Sprache, gemeinsame Geschichte und Herkunft, gemeinsamer Lebensraum, gemeinsame Verhaltensweisen auf Basis gemeinsamer Werte, diese Merkmale sind derzeit im Wir-Bewußtsein und in der Fremdeinschätzung nur ansatzweise oder gar nicht verankert und kennzeichnen damit ihre brüchige, langfristig ungesicherte und labile Identität.”109

Ein wesentliches Detail in der Aussage Seewanns ist, dass er die ungarndeutsche Identität als „langfristig ungesichert” bezeichnet, was auf die junge Generation der Ungarndeutschen abzielt, zumal sie diejenige ist, an der es liegt, die ungarndeutsche Identität und Kultur in die Zukunft weiterzutragen. Interessant ist dabei, dass diese diesbezüglich jedoch optimistisch zu sein scheint:

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