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Emotionalität und Wertung im Diskurs

Eine kontrastive Analyse deutscher und polnischer Pressetexte zum EU-Beitritt Polens

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Dorota Miller

Die Autorin vergleicht anhand von Artikeln aus den Wochenzeitschriften DER SPIEGEL und POLITYKA von 2002 bis 2005 das emotionale Bewerten des EU-Beitritts Polens im deutschen und polnischen Mediendiskurs. Im ersten Teil werden Lexeme erfasst, die Akteure der EU-Osterweiterung benennen (Nominationen) und ihnen bestimmte Charakteristika zuschreiben (Prädikationen). Anschließend richtet sich das Hauptaugenmerk auf Argumentationsmuster, die Bewertungen widerspiegeln bzw. stützen, sowie auf ausgedrückte und thematisierte bzw. beschriebene Emotionen. Das Buch versteht sich als eine kontrastive diskurslinguistische Analyse, die durch eine Untersuchung der evaluativ-emotionalen Funktion der visuellen Textelemente ergänzt wird.
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II. Material und Methode

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II.   Material und Methode

Mit den einzelnen Lesarten des Begriffs Diskurs sind unterschiedliche Herangehensweisen, Methoden und Ziele der einzelnen Wissensdisziplinen verbunden, in deren Rahmen Diskurse untersucht werden können. Es gibt keine universelle Methode, keinen „Königsweg“ der Diskursanalyse, stattdessen herrscht methodologischer Pluralismus. Diskursanalyse ist kein in sich geschlossenes Theoriegebäude, sondern ein Methodenmix, in dem Elemente aus verschiedenen Ansätzen auftreten. Die jeweilige methodische Vorgehensweise hängt von dem zu erfassenden Aspekt des Diskurses und den Forschungszielen des Diskursanalytikers ab, wobei die getroffenen Entscheidungen jeweils hinreichend begründet werden sollen (vgl. Keller 1997:327). An Foucaults Metapher anknüpfend, kann also festgestellt werden, „[…] dass die methodologische Werkzeugkiste im Prinzip immer offen steht. Der jeweils untersuchte Gegenstand ‚schreibt vor‘, welcher Instrumente man sich bedienen muss, welche Fragestellungen sich aufdrängen etc.“ (vgl. Jäger 2004:159). Jeder Weg bietet dabei wichtige Erkenntnisse, solange man die Wahl dieses Weges reflektiert und begründet, was in den folgenden Kapiteln geschehen soll.

Als Erstes möchte ich jedoch – dem Titel dieses Unterkapitels gemäß – kurz auf die z. T. oben erwähnten Probleme eingehen, die jeden diskursanalytischen Versuch betreffen und sich speziell im Falle der Emotionalitäts- und Wertungsanalyse ergeben. Jeder Diskursanalytiker sieht sich nämlich vor folgende Aufgaben bzw. Probleme gestellt:

Im Falle der vorliegenden Untersuchung kommen m. E. noch zwei Probleme hinzu: die Erfassung von Emotionalität und Wertung, wie auch die Frage, ← 103 | 104 → inwieweit veröffentlichte Texte, die als Untersuchungsmaterial dienen, das öffentliche F...

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