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Die Grafen von der Schulenburg auf Lieberose und ihr Archiv

(Rep. 37 Herrschaft Lieberose)

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Udo Gentzen, Kathrin Schaper and Susanne Wittern

Über 400 Jahre, von 1519 bis 1945, war die Familie von der Schulenburg auf Lieberose, einer der bedeutsamsten Standesherrschaften der Niederlausitz, ansässig. Aufgrund ihrer bevorzugten Stellung nahm sie maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung dieses Markgraftums.
Ihre schriftliche Hinterlassenschaft in dem im Brandenburgischen Landeshauptarchiv verwahrten Bestand Rep. 37 Herrschaft Lieberose ist Gegenstand dieser Publikation. Dieses Findbuch vereint die Verzeichnung der drei Archivaliengattungen Urkunden, Akten und Karten und erläutert diese durch detaillierte Bestandsanalysen. Die Akten und Karten dokumentieren die spezifischen Funktions- und Aufgabenbereiche einer patrimonialen Herrschaft. Der Urkundenbestand wird in sehr ausführlichen Vollregesten dargeboten.
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Einleitung

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Besitz- und Familiengeschichte der Herrschaft Lieberose

Ursprünglich war in Lieberose vermutlich eine landesherrliche Burg vorhanden, neben der sich später eine Siedlung entwickelte. Die Anführung eines „domino Bartholdo de Luberase“ als Zeuge in einer die Stadt Beeskow betreffenden Urkunde aus dem Jahre 1272 bezeugt die Ersterwähnung des Ortes Lieberose,1 der von Markgraf Dietrich dem Jüngeren 1302 das Stadtrecht erhielt.2 In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts befand sich Lieberose im Besitz der Familie von Strehla. 1361 veräußerte Friedhelm von der Dahme den Besitz an den Ritter Heinrich von Kittlitz. Dieser wird 1366 ausdrücklich als Herr („dominus“) von Lieberose bezeichnet. Die Familie von Kittlitz war an der Herausbildung einer Herrschaft Lieberose maßgeblich beteiligt. Bis 1411 blieb sie ihr Eigentum, allerdings mit einigen Unterbrechungen. 1371 kaufte Kaiser Karl IV. den Besitz. 1411 ging die Herrschaft durch Kauf an die Burggrafen von Dohna über, die sie aber offensichtlich bald wieder verkauften, denn seit der Mitte des 15. Jahrhunderts war sie Eigentum des Reinhard von Cottbus, der 1475 ohne direkte Leibeserben verstarb.3 Die bereits zu Reinhards Lebzeiten entbrannte Auseinandersetzung um die Besitzfolge zwischen Botho VIII. von Ileburg-Sonnewalde, der sich auf die ihm von König Matthias von Böhmen zugesprochene Anwartschaft auf die Herrschaft berief, und Jaroslaw von Sternberg wurde 1477 zugunsten der böhmische Familie von Sternberg entschieden, die nachweislich bis 1843 das Oberlehnsrecht über Lieberose ausübte.4 Um 1480 wird Caspar von Kracht mit ← 1 | 2 → der Herrschaft...

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