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Finnische Germanistentagung 2012

Einblicke und Aussichten

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Edited By Irma Hyvärinen, Ulrike Richter-Vapaatalo and Jouni Rostila

Die Finnische Germanistentagung 2012 brachte rund 70 FachkollegInnen aus dem ganzen Land nach Helsinki. Im Dialog mit renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Ausland thematisierten sie Aktuelles in Forschung und Lehre. Dieser Band enthält die Plenarvorträge und ausgewählte, in einem Referee-Verfahren begutachtete Sektionsbeiträge in vier Blöcken: «Einblicke in die Lage des Deutschen in Finnland», «Deutsch im Gebrauch», «Deutsch im Unterricht» und «Literatur als Kulturgut». Die rege Beteiligung und die Bandbreite der Tagung beweisen, dass es nicht schlecht bestellt ist um die finnische Germanistik, dass es jedoch gemeinsamer Bemühungen bedarf, um die akademische Existenz und den traditionell hohen Standard des Fachbereichs auch weiterhin zu sichern.
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Emotion und Text Untersuchungen am Beispiel privater Anzeigentexte in der Lokal- und Regionalpresse: Andrea Bachmann-Stein

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In Texten werden Emotionen ausgedrückt und Texte können beim Leser Emotionen hervorrufen. Dieser Tatsache wird auch in der Linguistik in unterschiedlichen Teildisziplinen Rechnung getragen. So liegen Analysen vor zu emotionsbezeichnenden und -ausdrückenden Lexemen (z. B. Hermanns 1995; Koß 2002), zu Bewertungen und Bewertungshandlungen auf Satzebene (z. B. von Polenz 1988; Fries 1995), zu expressiven Sprechakten (z. B. Marten-Cleef 1991), zu Emotionen in der Interaktion (z. B. Fiehler 1986), zu Emotionalisierungsstrategien in literarischen Texten oder Werbetexten (z. B. Jahr 2000; Schwarz-Friesel 2007). Mit „emotionalisierende[n] Stilmittel[n] und Strategien“ (Fiehler 2008, 771) beschäftigen sich darüber hinaus auch textstilistische und/oder holistische Textsortenanalysen (vgl. stellvertretend Voss 1999; Jahr 2000; Linke 2001).

Bei textlinguistischen Untersuchungen bildet das Emotionspotenzial bislang allerdings eher selten den Mittelpunkt, auch wenn es unstrittig ist, dass es keine Texte gibt, die keine emotionale Einstellung haben (vgl. von Polenz 1988, 219), und dass die textuelle Manifestation von Emotionen eine textinhärente Eigenschaft von Texten ist (vgl. Pohl/Erhardt 2012, 10). Um das Emotionspotenzial eines Textes herauszuarbeiten, ist es notwendig, das Zusammenspiel von textexternen (z. B. Kommunikationssituation) und textinternen Faktoren (z. B. sprachliche Realisierung) zu berücksichtigen.

Vom Emotionspotenzial abzugrenzen ist die Emotionalisierung bzw. das Emotionalisieren, das ein „komplexe[s] stilistische[s] Handlungsmuster“ (Sandig 2006, 248) darstellt, da „auch auf komplexe Einheiten und Muster, nicht nur auf einfache Elemente und Verfahren zurückgegriffen wird“ (ebd.). Die verbalen Repräsentationsformen von Emotionen in schriftlichen Texten erstrecken sich dabei auf unterschiedliche Dimensionen der Äußerungsgestalt (vgl....

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