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Finnische Germanistentagung 2012

Einblicke und Aussichten

Series:

Irma Hyvärinen, Ulrike Richter-Vapaatalo and Jouni Rostila

Die Finnische Germanistentagung 2012 brachte rund 70 FachkollegInnen aus dem ganzen Land nach Helsinki. Im Dialog mit renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Ausland thematisierten sie Aktuelles in Forschung und Lehre. Dieser Band enthält die Plenarvorträge und ausgewählte, in einem Referee-Verfahren begutachtete Sektionsbeiträge in vier Blöcken: «Einblicke in die Lage des Deutschen in Finnland», «Deutsch im Gebrauch», «Deutsch im Unterricht» und «Literatur als Kulturgut». Die rege Beteiligung und die Bandbreite der Tagung beweisen, dass es nicht schlecht bestellt ist um die finnische Germanistik, dass es jedoch gemeinsamer Bemühungen bedarf, um die akademische Existenz und den traditionell hohen Standard des Fachbereichs auch weiterhin zu sichern.
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„Geniestreich“ oder „artige Häkeldeckchenprosa“? Positionen literarischer Wertung am Beispiel der Debatte über die Büchnerpreisträgerin Felicitas Hoppe: Stefan Neuhaus

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Die Bekanntgabe der Akademie für Sprache und Dichtung, den Büchner-Preis 2012 an die 1960 geborene Schriftstellerin Felicitas Hoppe zu verleihen, hat zu einer kleinen Kontroverse im deutschsprachigen Feuilleton geführt. Es geht darum, ob die Entscheidung der Jury richtig war oder vielleicht besser jemand anderes hätte ausgezeichnet werden sollen – immerhin handelt es sich um den bedeutendsten Literaturpreis, der im deutschsprachigen Raum zu vergeben ist. Der Joseph-Breitbach-Preis ist mit 50.000 Euro zwar genauso hoch dotiert, hat aber weniger Ansehen. Die Kritik an der Vergabepraxis hat freilich Tradition und mit ihr wird nicht nur der symbolische Wert des Preises oder der Autorin zur Diskussion gestellt. Vielmehr geht es immer auch um die Frage, welche Art von Literatur solche hohen Auszeichnungen verdient hat. In den letzten Jahrzehnten wird die Kontroverse darüber offensiver geführt, wobei die verhandelten Kriterien der Preisvergabe zwar eine große Kontinuität aufweisen, aber auch immer zeitabhängig sind.

Mit Renate von Heydebrand und Simone Winko lässt sich zwischen autonomästhetischen und heteronomen Bewertungskriterien unterscheiden (vgl. von Heydebrand/Winko 1996, 29ff.). Die Bedeutung der Eigengesetzlichkeit der Literatur ist in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts konzipiert worden, was nicht heißt, dass Inhalt und Wirkung eines Textes dadurch gleichgültig würden. Heteronome Bewertungskriterien kommen immer hinzu, wie etwa Thomas Anz (1998) am Beispiel der Leselust gezeigt hat. Friedrich Schiller hat die Bedeutung der Form deshalb so betont, weil durch sie erst die gewünschte Wirkung einer „ästhetischen Erziehung“ erreicht werden kann.1...

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