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«Der Wahlkampf ist vorbei.» Ist der Wahlkampf vorbei?

Diskursanalytische Untersuchung und interkultureller Vergleich britischer und deutscher Wahlnachtreden

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Thorsten Malkmus

Die Arbeit stellt qualitative und quantitative diskursanalytische Untersuchungen von britischen und deutschen Wahlnachtreden von 1997 bzw. 1998 an und nimmt intra- und interkulturelle Vergleiche der diskursiven Strategien dieser Reden vor. Als Methode dient Teun van Dijks soziokognitiver Ansatz zur Kritischen Diskursanalyse, um Strategien der Selbst- und Fremddarstellung und der Adressatenorientierung zu analysieren: besondere Aufmerksamkeit wird hier Sprechaktsequenzen, Personalpronomina, Metaphern, rhetorischen Formaten sowie der Appraisal Theory gewidmet. Die britischen Wahlnachtreden weisen im Vergleich zu den deutschen Wahlnachtreden einen höheren Personalisierungsgrad und eine stärkere Adressatenorientierung auf. Während man in den deutschen Reden eher eine Ausgewogenheit vorfindet, kann in den britischen Reden eine zumindest implizite Konfrontation festgestellt werden.
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2 Theoretisch-methodische Ausrichtung: Kritische Diskursanalyse (Critical Discourse Analysis)

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Der sozio-kognitive Ansatz der Kritischen Diskursanalyse von Teun van Dijk bietet sich für die Analysezwecke dieser Arbeit besonders an, da er etwaigen polarisierenden kognitiven und sprachlichen Strukturen in besonderem Maße Rechnung trägt (vgl. hierzu auch Meyer 2001, Locke 2004 und Blommaert 2005).

Van Dijk sieht Theorie nicht als eine klassische Beziehung von kausal zusammenhängenden Hypothesen an, sondern als einen Rahmen, der die soziale Realität systematisiert. Dabei haben die Eckpunkte „Diskurs“, „Kognition“ und „Gesellschaft“ eine entscheidende Bedeutung (van Dijk 2001: 97), da sie für den lokalen und globalen Kontext von Diskursen von hoher Relevanz sind. Sie bilden, nach van Dijk, ein Dreieck, in dessen Mitte sich der Kontext befindet.

„Diskurs“ definiert van Dijk als ein kommunikatives Ereignis, das mündliche Konversationen und geschriebene Texte einschließt. Damit verbundene Gesten, typographisches Layout, Bilder und andere semiotische und multimediale Bedeutungsdimensionen werden ebenfalls berücksichtigt (van Dijk 2001: 97). „Kognition“ schließt persönliche wie soziale kognitive Prozesse, Überzeugungen, Ziele, Gefühle, Bewertungen und jegliche andere mentale Strukturen, Repräsentationen und Prozesse ein, die in Diskursen und in Interaktionen eine Rolle spielen (van Dijk 2001: 97)15. „Gesellschaft“ wird von van Dijk folgendermaßen definiert: Sie umschließt einerseits lokale, Mikrostrukturen umfassende face-to-face-Interaktionen. Andererseits sind auch globale gesellschaftliche und politische Makrostrukturen in diesem Terminus inbegriffen, wie z.B. Gruppen und deren (ungleiche) Beziehungen untereinander, gesellschaftliche Bewegun ← 29 | 30 → gen, Institutionen, Organisationen, soziale Prozesse, politische Systeme und abstrakte Eigenschaften von Gesellschaften und Kulturen (van Dijk 2001:...

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