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Kollokationen im Zivilrecht Polens in den Jahren 1918–1945 mit besonderer Berücksichtigung der deutschsprachigen Zivilgesetzbücher

Eine kontrastive Studie

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Felicja Ksiezyk

Die Autorin befasst sich mit den rechtssprachlichen Kollokationen in Zivilgesetzbüchern, welche in Polen nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit in Geltung blieben, bevor sie einem einheitlichen polnischen Recht den Platz räumten. Die entsprechenden Gesetzestexte werden von ihr in einem sprachkontrastiven Ansatz analysiert, samt ihren Übertragungen ins Polnische. Welches der großen Gesetzeswerke ist am prägendsten für die polnische Rechtssprache gewesen? Inwiefern stimmen die analysierten Übersetzungen mit der heutigen polnischen Sprache überein? Die Analyse verdeutlicht, dass Übertragungen der deutschsprachigen Texte in einem wesentlich höheren Grad mit der polnischen Gegenwartssprache konform sind als das französisch-polnische Recht.
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8. Interlinguale Äquivalenz im Kollokationsbereich – im Vergleich zur polnischen Übersetzung des ABGB

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Within the translation of legal texts, equivalence (especially terminological equivalence, or equivalence at the terminological level) is one of the most common translation processes and a subject of continuous debate. Because of its recurrence and relevance, it merits examination. (Paolucci 2011: 90)

Im vorliegenden Kapitel werden die aus dem österreichischen Gesetzestext ermittelten Kollokationen analog zur Kollokationsanalyse des BGB kontrastiv mit ihren Entsprechungen in der polnischen Übersetzung analysiert. Zunächst wird auf interlinguale Äquivalenztypen im Kollokationsbereich eingegangen, woraufhin die Frage der Usualität der eingesetzten polnischen Entsprechungen im Gegenwartspolnischen geprüft wird.

Ebenso wie im Falle der amtlichen Übersetzung des BGB wird auch bei der hier analysierten Übersetzung des ABGB von der Möglichkeit einer vollständigen Äquivalenz ausgegangen. Zwar wird diese mehrfach in Zweifel gezogen. So schreibt etwa de Groot:

Wegen der Systemgebundenheit juristischer Begriffe ist eine völlige Äquivalenz logischerweise nur dann möglich, wenn sich die Ausgangssprache und die Zielsprache auf dasselbe Rechtssystem beziehen. Dies ist im Prinzip nur der Fall, wenn innerhalb eines zwei- oder mehrsprachigen Rechtssystems übersetzt wird (wie z.B. in Belgien, Finnland, der Schweiz und – in gewisser Weise – in Kanada). […] Sobald die Ausgangssprache und die Zielsprache sich auf unterschiedliche Rechtssysteme beziehen, scheint (nahezu) völlige Äquivalenz jedoch problematisch zu sein. Trotzdem werden bestimmte sich auf unterschiedliche Rechtssysteme beziehende Begriffe in der (Übersetzungs-) Praxis gewöhnlich allgemein als Äquivalenten betrachtet. (de Groot 1999: 20f...

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