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Transatlantic Crossings and Transformations

German-American Cultural Transfer from the 18th to the End of the 19th Century

Series:

Kurt Mueller-Vollmer

This volume attempts for the first time a comprehensive view of the momentous process of German-American cultural transfer during the 18 th and 19 th centuries, which played an important part in the formation of an American national and cultural identity, a process to which the New England Transcendentalists contributed some of the decisive ingredients, but which has largely escaped the attention of German and American scholarship. In each chapter a specific problem is treated systematically from a clearly defined perspective, deficiencies of existing translation theories are exposed, so that in the concluding chapters 13 and 14 (with an unpublished memorandum by Alexander von Humboldt) a cohesive view of the entire process emerges. A comprehensive bibliography will facilitate further scholarly pursuits.
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8. Regionalismus, Internationalismus, Nationalität: Amerikanischer Transzendentalismus und Deutsche Romantik

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8.1 Der Amerikanische Transzendentalismus im Spiegel der Literaturgeschichte

Aufbruch und Entfaltung des mit ihren Hauptvertretern Ralph Waldo Emerson (1803–82), Henry David Thoreau (1817–62) und Margaret Fuller (1810–50) in die letzten Jahrzehnte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fallenden amerikanischen Tranzendentalismus gelten den Vertretern der amerikanischen Literatur- und Kulturgeschichtsschreibung unterschiedlichster Orientierung seit über hundert Jahren als Akt der Selbstverwirklichung und Renaissance des nationalen Geistes und als Signal für die Aufnahme der Vereinigten Staaten in den Verband der modernen National-literaturen. Der Transzendentalismus scheint daher prädestiniert, die Funktionen, welche dem Faktor Internationalität in der Konstituierungsphase einer grossen, meist ausschliesslich vom nationalen Standpunkt betrachteten Nationalliteraturen zukommt, in den Blick zu rücken. Dies umso mehr als die Bewegung durch ihr öffentliches Auftreten als Gruppe und einer in ihren Texten sich manifestierenden Präponderanz von Theorie, Programmatik und Kritik eine deutliche Parallele zur deutschen Frühromantik um 1800 bietet. Darüber hinaus aber stellte sie bereits in ihrer Begründungsphase enge ideelle Kontakte zu einer Reihe von Autoren und Werken der deutschen Romantik und der idealistischen Philosophie her, die sich nachhaltig und auf mannigfache Weise in ihren Texten äussert.

Doch im Gegensatz zur deutschen Frühromantik, deren führende Köpfe sich aus verschiedenen Teilen Deutschlands in Jena und Berlin zusammengefunden hatten, waren die Autoren des Transzendentalismus in der Region ihrer Aktivitäten, also in Neuengland, selbst beheimatet. Ja, diese konzentrierten sich fast ausschliesslich auf die Stadt Boston, die wirtschaftliche und...

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