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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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IX. Autor ohne Gesicht?

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Wer aber war der Autor, dem der Orden diese, ebenso wichtige wie schwierige Aufgabe anvertraute? Im Widmungsbrief stellt er sich als Bruder Peter von Dusburg vor, Priester jenes heiligen Ordens, dessen umständliche Titulatur er mit der Anrede an den Hochmeister verbindet. Da der Autor sich ansonsten über die eigene ← 122 | 123 → Person in Schweigen hüllt, ist die Forschung auf sonstige Hinweise angewiesen. Unschlüssig ist man sich bereits darüber, ob der Ortsname Dusburg (Dusburgk, mit den Lesarten Dusburgh und Deusburg514 das heutige Duisburg am Rhein, bis 1290 Reichsstadt, dann zum Herzogtum Kleve gehörig, bezeichnet, oder das niederländische Diesburg im Gelderland, wo der Deutsche Orden seit 1286/87 über Kirchen- und Grundbesitz verfügte, der sich allmählich zu einer Kommende entwickelte. Ganz eindeutig besaß Dusburgs besondere Beziehungen zum Niederrhein. Im dritten, kontemporären Teil der Chronica nennt er die von dort stammenden Kreuzfahrer, wie er auch die von Utrecht und Gelderland kennt.515 Seine Herkunft von Gelderland gilt deshalb als die wahrscheinlichere. Ein festes Datum, das Jahr 1326, bietet die Überreichung des Werks an den Hochmeister Werner von Orseln (ermordet 1330), verbunden mit der Bitte um kritischen Begutachtung und gegebenenfalls Korrektur. Dieser Gestus hatte Vorbilder (zu denken ist an die weit verbreitete chronica Reginos von Prüm516); als Teil der Widmung dürfte er nicht nur als Hinweis auf den Auftragscharakter des Ganzen sondern – qua Veröffentlichung – auch als offizielle Bestätigung durch den Orden aufgefasst worden sein. Bereits Max Perlbach hat auf besondere Beziehungen des Autors...

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