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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XI. Wie die Orden wurden

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Die Entstehung der Ritterorden war ursächlich mit den Kreuzzügen verknüpft. Gleich mehrere Voraussetzungen mussten eintreffen, um diese in sich widersprüchlichen Formationen entstehen und überleben zu lassen. Der religiöse Impetus kam zuerst und zunächst aus der monastischen Reformbewegung, die in Frankreich und dort im Zisterzienserorden ihre dynamische Ausprägung gefunden hatte. In der weltlichen Gesellschaft hatte sich aus der Schicht der Waffentragenden über alle Grenzen hinweg ein neuer Stand, der des (christlichen) Ritters575 mit eigenen „ritterlichen“ Normen und eigenen Vereinigungen herausgebildet (in vielem bereits ein säkulares Vor-Bild der religiösen Orden), worin das Bemühen deutlich wurde, die christliche Ethik mit der Berufsauffassung des Kriegers zu versöhnen. Der Impuls zur Bildung der geistlichen Ritterorden kam jedoch nicht allein aus dieser Konstellation. Auch die eigentlich dem Frieden verpflichteten, geistlichen Institutionen öffneten sich der Militarisierung. So lassen sich zwei Entstehungsmodelle für die geistlichen Ritterorden576 ausmachen, die auf den Schauplätzen des „Heidenkampfes“, auf der iberischen Halbinsel im 12. Jahrhundert (Evora-, Calatrava-, Santiago- und Alcantara-Orden) und danach im 14. Jahrhundert (Montesa- und Christusorden), in Syrien (Templer 1119/1129; Johanniter nach 1135 und der Deutsche Orden 1198) und schließlich im 13. Jahrhundert im Baltikum (Schwertbrüderorden 1202/1203 und Orden von Dobrin 1228) entstehen: „Entweder erwirbt eine Rittervereinigung, die sich spontan oder formell zu einer Bruderschaft oder einer adeligen Hermandad (Schutzbündnis) zusammengeschlossen hat, durch die religiöse Berufung ihrer Mitglieder schließlich den Status des Mönchstums oder eine Klostergemeinschaft beginnt, sich aktiv für den...

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