Show Less
Restricted access

Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
Show Summary Details
Restricted access

XIII. Der Papst als Spender

Extract

„Über Bitten und Verstehen hinaus“, das wäre noch nicht einmal eine devote Übertreibung gewesen, wenn man die erteilten Privilegien in dieser frühen Zeit aufaddiert. Allein Papst Honorius III. hat während seiner Amtszeit (1216–1227) insgesamt 113 Urkunden zugunsten des Deutschen Ordens ausgestellt.697 Dahinter stand nicht die besondere Liebe des greisen Pontifex zu dem jüngsten der Ritterorden (die galt viel mehr den Bettelorden).Was wie ein ausgeschüttetes Füllhorn erscheint, ist als politische Geste zu buchen, adressiert an den Kaiser, Friedrich II. Allein in den vier Monaten nach der Kaiserkrönung (am 22.11.1220) erhielt der Deutsche Orden 57 päpstliche Gunsterweise.698 Der Papst war nicht kleinlich, solange Aussicht bestand, dadurch, dass er den kaiserlichen Wünschen entgegen kam, den (bereits Papst Innozenz III. versprochenen) Kreuzzug auf den Weg zu bringen.699 Wohl stand der Kaiser wegen des Kreuzzugsversprechens unter öffentlichem Druck, aber zu diesem Zeitpunkt saß er noch am längeren Hebel, und beide Seiten waren sich dessen bewusst. Im November 1220 hatte Honorius an seinen Legaten geschrieben, die Hoffnung für den Kreuzzug liege nächst Gott ganz und gar auf Friedrich.700 Man würde aber wahrscheinlich die politische Kompetenz des Papstes unterschätzen, wenn man seine Förderung eines neuen Ritterordens nur als Vorleistung bewerten würde in der Absicht, den Kaiser stärker zu verpflichten. Die Aufstellung eines weiteren ordo militaris war im Blick auf die prekäre Lage in Palästina fraglos gerechtfertigt. Nur wenn ihm die Freiheiten der beiden anderen Ritterorden701 zugesprochen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.