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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XIV. Zwischenbilanz 2

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Eine neugegründete Organisation definiert sich gewöhnlich über ihren Gründungszweck. Das war im Hohen Mittelalter nicht wesentlich anders; darüber geben verschiedene erhaltene Statuten solcher Gründungen Aufschluss. Wir erfahren aus der Narratio vom Anfang des Ordens als Hospitalgründung; Sinn und Zweck der Umgründung in einen Ritterorden werden dagegen nicht erörtert (sieht man von dem deklamatorischen utile et honestum710 ab). Die beschlussfassenden Fürsten hätten vielleicht erwidert, der Name hospitale…domus Theutonicorum Ierosolimitani, des Hauses, das man nach der Wiedergewinnung der Stadt Jerusalem einnehmen werde, sei Programm genug. Ebenso wenig hat sich für den Chronisten die oben diskutierte Frage gestellt, eine freilich moderne Frage: welche Interessen die beiden Gewalten leiteten, als sie in seltener Einigkeit den jungen Orden derart förderten. Für den Chronisten waren auch das signa, Zeichen der Erwählung; sollte, durfte man die überhaupt hinterfragen? Und wenn der Papst Privilegien in perpetuum / auf ewige Zeiten erteilte, legte er damit nicht die bindende Entscheidung der Kirche für Gegenwart und Zukunft fest, vielleicht sogar rückwirkend in die Vergangenheit? (Diese Art des Denkens könnte die anscheinende Unbekümmertheit erklären, mit der mittelalterliche Kleriker Urkunden vordatierten oder in ihrem Inhalt veränderten). Im Schlusssatz, mit dem der Autor das umfangreiche Gründungskapitel ausklingen lässt (Chronik I, 1; S. 48/49), ist dann der Gebrauch des Terminus Papa (als pars pro toto für die Kurie?) aufgegeben worden, zugunsten von diversi summi pontifices: wenn von weiteren Privilegien, Vergünstigungen...

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