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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XVIII. Zwischenbilanz 3

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Was das Zusammenspiel von mentalen Voraussetzungen und äußerem Anstoß angeht, spiegelt die Geschichte der Ritterorden in engerem Rahmen und binnen kurzer Zeit die Entwicklung wider, die die Kirche in ihrer Gesamtheit durchlaufen hat, seit sie in der Spätantike erstmalig als gesellschaftliche Größe in Erscheinung trat.1152 In ihren Anfängen stand bei beiden Institutionen salus / das Heil der Menschen im Mittelpunkt, das genaue Gegenteil des honmicidium. Die Fragen, denen sich die Kirchen aufgrund ihrer Geschichte, zuletzt unter dem Eindruck der beiden Weltkriege und der nicht abreißenden Konflikte seither stellen muss, an erster Stelle die ← 267 | 268 → Frage nach der Einstellung zum „Töten im Kriege“1153 und rückblickend zu den Kreuzzügen, die vor Kurzem unter dem Motto „Kein Krieg ist heilig“1154 präsentiert wurden, berühren besonders das Kapitel der Ritterorden. Über eine lange Strecke hinweg, in einem Jahrhunderte währenden Prozess hatte das kirchliche Lehramt die fortschreitende Durchdringung der Institution Kirche mit militanten Vorstellungen akzeptieren müssen ohne diese Entwicklung in ihrem Sinne steuern zu können. Im Zeitalter Gregors VII. stieß das Papsttum zur Bejahung dieser Entwicklung durch. Zwar muss Papst Alexander noch zwiespältige Gefühle gegenüber der beginnenden Reconquista gehegt haben, aber mit der Gewährung des Ablasses an Ritter, die auf der iberischen Halbinsel gegen die Muslime kämpften (1063 und 1072), gab er einen der wirksamsten Impulse für die Kreuzzüge, den Papst Urban danach aufnehmen konnte. Den späteren Kanonisten fiel dann die Aufgabe...

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