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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXI. Ein zweiter Blick auf den Prolog

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Vor dem beklemmenden geschichtlichen Hintergrund, der sich beim erstmaligen Lesen nicht erschließt (vgl. Kap. V. 1), weil vom Autor ausgespart: dem Verlust des Hl. Landes und der Auslöschung des Templerordens, nicht zu vergessen die Blutschuld, die der Orden bei der Besetzung Danzigs auf sich geladen hatte,1316 soll der programmatische Prolog von Dusburgs Chronik noch einmal betrachtet werden. Denn der Eindruck, es handle sich um eine übliche Lobrede zugunsten des Gegenstands der vorgelegten Schrift, eine rhetorisch wirksame Übung im Predigtstil, bei der geläufige Schlüsselzitate aus der hl. Schrift assoziativ verknüpft werden,1317 greift zu kurz. Mit Bernhards sermo exhortationis hat Dusburgs Prolog das gemeinsam, dass er große Dinge ankündigt: Novum miltiae genus ortum nuper auditur in terris[…] vermeldet Bernhard.1318 Signa et mirabilia fecit apud me Dominus excelsus […] rühmt Dusburg (Prolog S. 24/25), indem er das Wort eines heidnischen Herrschers aus dem Danielbuch zitiert (Dan 3,99). Im Folgenden wird der historische Anlass für das Bibelzitat: die Geschichte von den drei Jünglingen im Feuerofen aufgerufen. In der üblichen ikonographischen Deutung1319 verweist die Ge ← 304 | 305 → schichte auf Hoffnung, auf Rettung in Todesnot und auf Auferstehung; so war sie besonders geeignet als Trost und Ermutigung in Zeiten der Verfolgung. Das ist ein Hinweis auf den „Sitz im Leben“, die Antwort auf die Frage, wer oder was durch die Figuren präfiguriert sein könnte. Es sind Gestalten, die in äußerste existentielle Gefahr gestoßen1320 und dann unbeschädigt herausgeführt und...

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