Show Less
Restricted access

Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
Show Summary Details
Restricted access

XXIV. Gebrauchsanweisung für die Waffen

Extract

Dusburg lässt seiner Waffenallegorese im nachfolgenden Kapitel 9 eine umfangreiche Gebrauchsanweisung für die fleischlichen und die geistlichen Waffen folgen (De usu armorum carnalium et spiritualium) (Chronik II, 9; S. 84–91). Eigentlich geht es ihm darum, für sich selbst und für die Leser den Sinn-Zusammenhang der ganzen, hauptsächlich aus Zitaten kompilierten Allegorese darzulegen, ähnlich der Zusammenfassung am Ende einer Predigt. Dabei versäumt er nicht, passend oder unpassend an betreffender Stelle, den Bogen zum Leitthema „Tugend“ zu schlagen.

Nach dem in der Predigtpraxis bewährten Zahlenschema führt er sechs Gründe an, derentwegen die Waffen zu gebrauchen seien: Erstens um der Übung willen. Der Orden sah sich an diesem Punkt in einem gewissen Dilemma. Schlagkraft und die Einsatzfähigkeit einer Truppe hängen vor allem in ruhigen Zeiten überall und stets von Übungen ab, die dem Ernstfall möglichst nahe kommen sollten. Die Adelsgesellschaft hatte die Übungsform des Tjosts1649 und der Turniere entwickelt,1650 die allerdings zum Selbstzweck geworden waren, und die, wäre es nach dem Willen der Kurie gegangen, überhaupt nicht hätten stattfinden dürfen. Das Verbot des Turnierwesens (das uns heute in manchen seiner Facetten wie ein Vorläufer moderner Wettkampf-Schauveranstaltungen erscheint) war einer der Beschlüsse des Konzils von Clermont (Kanon 9) im Jahre 1130 gewesen.1651 Die Kirche hatte gleich mehrere gute Gründe für das Verbot; in erster Linie konnte sie auf Todesfälle und bleibende gesundheitliche Schäden verweisen. Wenn sich die Konzilsväter...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.