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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXVI. Der Zug in den Nordosten

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Wir verlassen mit Planctus und Aufruf nach dem Fall Akkons den Raum der damaligen „großen Politik“, das Mittelmeergebiet, und wenden uns, der Ordenschronik folgend, dem Kernthema der Chronik, der Landnahme in Preußen zu.

Was im geschichtlichen Rückblick als Ergebnis planvollen Handelns, sogar einer weitsichtigen Strategie erscheinen mag, kann zu seiner Zeit das Ergebnis ephemerer Erwägungen und mehr oder weniger ad-hoc-Entscheidungen gewesen ← 467 | 468 → sein.1967 Nach den Begleitumständen zu urteilen, war, was der Ordenschronist als Ergebnis der göttlichen Lenkung preist: die geglückte Landnahme des Deutschen Ordens im Hohen Nordosten Europas, schwerlich das Resultat eines grand design auf Seiten des Ordens oder des Kaisers, und schon gar nicht nach den Plänen des polnischen Herzogs Konrad von Masowien (1202–1247). Die Kurie dagegen verfolgte ein Konzept für diesen Raum ohne sich eindeutig auf die Player festzulegen. Deren Interessengegensätze boten der Kurie Gelegenheit, als ordnende Instanz in das Geschehen einzugreifen. Rom hat das Engagement des Ordens dort nicht gesteuert, hat sich aber dahinter gestellt, wenn und solange es auf der missionsstrategischen Linie lag Der dem Deutschen Orden eigentlich zugedachte Platz wäre an der Heidenfront im Orient gewesen, es scheint aber keinen offenen Disput über Prioritäten gegeben zu haben, denn der Orden erfüllte dort nach wie vor pflichtgemäß seine Verteidigungsaufgaben1968 – bis zum bitteren Ende (s. Kap. XIV. 4). Die Verteidigung des Heiligen Landes war gleichfalls nur eine, wenn auch zeitweise die zentrale Aufgabe, die sich die Kurie gestellt hatte. Die...

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