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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXXI. Kriegsberichte: Die Jahre der Okkupation (1229–1234)

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Peter von Dusburg hat die Planung seiner Chronik so angelegt, dass er im ersten und zweiten Teil die für ihn wesentlichen Voraussetzungen darlegte für die nova bella seines Ordens, womit er gleichsam die Bühne eröffnete.

Der Chronist war als Theologe literarisch ausgebildet, kein Militär, der sich um die Planung des Feldzugs bekümmert hätte, aber Militaria hatten es ihm angetan, und so reiht sein Narrativ eine Fülle von Einzelaktionen aneinander, die es immerhin erlauben, zusammen mit anderen Quellen den genaueren Verlauf der Okkupation des Preußenlands zu rekonstruieren.2372

Zunächst drang der Orden unter Führung des späteren Landmeisters Hermann Balk mit seinen polnischen Verbündeten in das verwüstete polnische Grenzgebiet an der Weichsel ein. Hier siedelt Dusburg seine berühmte Gründungslegende vom Wehrbaum der sieben Brüder2373 an (vgl. Chronik III, 1). Im nächsten Zug setzte man sich am linken Weichselufer in der Burg Nessau fest und erbaute gegenüber die feste Burg Thorn (1230 bzw. 1231)2374;2375 über den Resten einer Holz-Erdebefestigung aus voriger Zeit.2376 Die Ordenstruppen folgten sodann dem Lauf der Weichsel und errichteten eine Reihe von Burgen: Kulm, Marienwerder, Elbing (1237), das später zum Sitz des Landmeisters avancierte. Dann gingen sie dem fri ← 569 | 570 → schen Haff entlang weiter vor und bauten eine gewonnene Prussenburg am Haff, die Burg Balga, zu einer der stärksten Burgen im Lande aus (1239). Waren die ersten Burganlagen noch nach Landesart aus Holz...

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