Show Less
Restricted access

Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
Show Summary Details
Restricted access

XXXII. Die Koalition zerbricht, der Aufstand bricht los (1242–1253)

Extract

Die Koalition der Kreuzzugswilligen war durch die Bedrohung durch den gemeinsamen Feind zusammengekommen und zusammengehalten worden. Danach mussten sich die divergierenden Einzelinteressen zu Wort melden.

Die Herzöge von Pommerellen hatten ihre frühere, lockere Bindung zu Polen gelöst. Ihr etwa 8 000 km² großes Land links der Weichsel war von Deutschland her missioniert und auch von der Ostsiedlung erfasst worden.2384 1240 hatte Herzog Swantopolk dem Platz Danzig das lübische Stadtrecht verliehen. Noch hielt das gemeinschaftliche Anliegen die genannte Koalition der regionalen Fürsten mit dem Orden zusammen, aber über kurz oder lang, in dem Maße wie die Bedrohung wich und sich die Position des Ordens festigte, steuerte man auf einen Interessenkonflikt auch mit dem Pommerellenherzog zu. Wir begegnen Herzog Swantopolk noch einmal als Waffengefährten der Ordensritter bei einer gemeinsamen Strafaktion auf prussischem Gebiet in der Gegend von Reisen (in Pomesanien, um Riesenburg). Die Chronik bescheinigt dem Pommerellenherzog und seinem Bruder überlegene Feld-Erfahrung und vermittelt gleichzeitig eine Vorstellung von der aktuellen Art der Kriegsführung (Chronik III, 11; S. 112/113): Sed dux Pomeranie et Samborius frater eius magis experti in bello Pruthenorum vias circa indagines cum suis armigeris occupaverunt, ne quis posset evadere, et extunc percusserunt peccatores in ira sua. (Aber der Herzog von Pommerellen und sein Bruder Sambor, die erfahrener im Kampf mit den Prussen waren, besetzten mit ihren Bewaffneten die Wege um die Verhaue, damit niemand entkommen könne, und erschlugen dann die Sünder in ihrem Zorn). Die martialische, sprachlich...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.