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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXXIII. Vorläufiger Schlusspunkt: Der Christburger Vertrag (1249)

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Totale Erschöpfung ihrer Kräfte (nec ultra possent aliqualiter respirare) habe die Pomesanier, Pogesanier, Warmier, Natanger und Barter zur Rückkehr zum Glauben, zur Stellung von Geiseln und zur erneuten Unterwerfung unter die Herrschaft der Brüder getrieben (Chronik. III, 67). Aus demselben Grunde, weil durch Mühen und Kosten erschöpft (fatigatus laboribus et expensis), habe auch Herzog Swantopolk von Pommmerellen seinen Frieden mit dem Orden gemacht. Der Chronist weiß vom Zustandekommen des Friedens, dass der Frieden durch den päpstlichen Legaten, den Archidiakon Jakob von Lüttich, den nachmaligen Papst Urban IV. (1261– 1264) vermittelt wurde. Man merkt Dusburgs Erzählweise an, dass er mit einem Leserpublikum rechnete, das unverdrossen bereit war dem Auf und Ab und Hin und Her seiner Kriegsberichterstattung zu folgen, das demnach professionelles Interesse und genügend inneres Einverständnis mitbrachte. Das ist wiederum für den modernen Leser schwer vorstellbar, auf den das ewige Einerlei von Töten, Rauben und Brennen extrem abstoßend und zugleich ermüdend wirkt. Der Autor gibt allerdings selbst Hinweise darauf, dass auch er mit einem Ermüdungseffekt rechnete musste,2433 wenn er (Chronik III, 68) schreibt: Viele Kriege sind gegen das Volk der Samländer geführt worden, die im einzelnen aufzuzählen, zu lange dauern würde, nachdem er schon zuvor versichert hatte: Es würde zu lange dauern und über meine geringe Begabung gehen, wenn ich im einzelnen darlegen wollte… (Chronik III, 31). Der Autor merkt natürlich auch, dass eine Aneinanderreihung einzelner Erz...

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